Friedel und Andrew Grant (TravellingTwo)

Es gibt diese Art von Reisegeschichten, die sich anfühlen wie ein gut geölter Werbespot: glatte Bilder, schnelle Ortswechsel, zehn Länder in drei Wochen, dazu ein paar Hashtags und fertig ist der Traum. Und dann gibt es Reisende wie Friedel und Andrew Grant, besser bekannt als TravellingTwo – Menschen, die beweisen, dass Reisen nicht lauter werden muss, um beeindruckend zu sein. Bei ihnen geht es nicht um das Abarbeiten von Sehenswürdigkeiten, sondern um Zeit. Um Umwege. Um echte Begegnungen. Und um den Mut, nicht den schnellsten, sondern den sinnvollsten Weg zu wählen.

TravellingTwo ist heute für viele eine Art Gegenentwurf zum typischen Social-Media-Reisen: Langsam reisen, bewusst reisen, draußen leben, minimalistisch unterwegs sein. Wer ihre Inhalte verfolgt, merkt schnell: Das ist keine kurzfristige Phase, sondern eine Haltung.

In diesem Ratgeber zeige ich dir, was man von ihnen lernen kann – ganz praktisch. Egal, ob du eine große Radreise planst oder einfach anders unterwegs sein willst als bisher.

Friedel stammt aus Deutschland, Andrew aus Australien. Gemeinsam sind sie seit vielen Jahren auf Reisen, besonders bekannt für ihre Bikepacking- und Radreise-Abenteuer. Sie dokumentieren nicht nur Strecken und Ausrüstung, sondern auch Gedanken, Routinen, Schwierigkeiten und diese kleinen Momente, die in Reisevideos oft weggeschnitten werden: Gegenwind, Regen, kalte Hände, ein leerer Kocher-Gasbehälter – und trotzdem dieses Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

Was TravellingTwo besonders macht: Sie wirken nicht wie „Reise-Influencer“. Eher wie gute Bekannte, die dir am Lagerfeuer erzählen, wie’s wirklich war. Und genau deshalb nehmen so viele Menschen ihnen ab, was sie sagen.

Ratgeber-Lektion: Authentische Reiseberichte entstehen nicht aus Perfektion, sondern aus Echtheit. Wer Reisen dokumentiert (Blog, YouTube, Instagram), sollte nicht nur Highlights zeigen, sondern den Prozess.

Slow Travel: Der unterschätzte Vorteil, langsam unterwegs zu sein

Langsames Reisen ist keine romantische Idee aus einem alten Buch – es ist eine sehr praktische Strategie. Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß reist, spürt schnell, wie viel sich verändert:

Du siehst Übergänge, nicht nur Ziele (Stadt → Land → Berge)

Du bekommst ein Gefühl für Entfernungen

Du entwickelst einen realistischeren Blick auf Karten und „must see“-Listen

Und du triffst Menschen anders: nicht als Tourist, sondern als jemand, der wirklich unterwegs ist

TravellingTwo zeigt, wie stark es sein kann, ein Land nicht „zu besuchen“, sondern sich durch ein Land hindurch zu bewegen.

Praxis-Tipp:
Wenn du Slow Travel testen willst, nimm dir ein Gebiet vor (z. B. eine Region statt ein ganzes Land). Plane bewusst weniger und gib dir mehr Raum für spontane Pausen.

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Draußen leben lernen: Camping als Reise-Upgrade, nicht als Notlösung

Viele Menschen denken beim Camping zuerst an Einschränkungen: kein Bett, keine Dusche, kein Komfort. Bei TravellingTwo sieht man das Gegenteil. Camping ist bei ihnen kein notwendiges Übel, sondern Teil des Erlebnisses.

Denn wer draußen schläft, gewinnt:

Unabhängigkeit (du bist nicht von Hotels abhängig)

Flexibilität (du kannst bleiben, wo es dir gefällt)

Geldersparnis, aber vor allem: Zeit und Ruhe

Und ganz ehrlich: Es gibt kaum etwas, das so befriedigend ist, wie nach einem Tag draußen das Zelt aufzubauen, alles ordentlich zu verstauen und dann mit dem Gefühl einzuschlafen: Heute habe ich wirklich Strecke gemacht.

Praxis-Tipp:
Teste Camping nicht direkt mit einer 4-Wochen-Tour. Mach erst ein Wochenende mit kompletter Ausrüstung, um Routinen zu entwickeln: Aufbau, Kochen, Packen, Schlafsystem.

Packliste: Warum weniger Ausrüstung meist mehr Reise ist

Ein Grund, warum viele Touren scheitern, ist nicht die Strecke – sondern das Gepäck. Zu schwer, zu unpraktisch, zu kompliziert. TravellingTwo ist ein gutes Beispiel für funktionalen Minimalismus.

Minimalismus heißt dabei nicht, alles wegzulassen, sondern nur mitzunehmen, was wirklich hilft:

Kleidung im Zwiebelsystem

Ausrüstung mit Mehrfachfunktion

Gute Basics statt tausend Gadgets

Der Gewinn: Du bist schneller, sicherer und mental freier. Und du verbringst weniger Zeit mit „Zeug“ und mehr Zeit mit dem, wofür du unterwegs bist.

Die wichtigste Fähigkeit unterwegs: Anpassung statt Kontrolle

Wenn man TravellingTwo verfolgt, merkt man: Nicht alles läuft glatt. Manchmal ist das Wetter mies, manchmal gibt’s Probleme mit Technik, manchmal passt die Route nicht. Der Unterschied ist: Sie bleiben ruhig. Sie passen sich an. Sie machen weiter.

Das ist keine besondere Gabe – das ist eine Trainingsfrage.

Reisen, vor allem Langzeitreisen, funktionieren selten nach Plan. Wer versucht, alles zu kontrollieren, wird gestresst. Wer dagegen lernt, mit dem Ungeplanten zu arbeiten, wird entspannter.

Praxis-Tipp:
Plane bewusst eine „Flex-Zeit“ ein: ein Puffertag pro Woche oder mindestens ein freier Nachmittag. So entsteht Luft, wenn Dinge schiefgehen – oder wenn etwas Schönes dich aufhält.

Begegnungen: Wie du unterwegs wirklich Kontakte knüpfst

Ein spannender Nebeneffekt des langsamen Reisens: Du wirst ansprechbar. Auf dem Fahrrad wirkt man nicht „abgeschottet“. Man ist nicht hinter Hotelwänden. Man steht an Supermärkten, kocht irgendwo am Rand, repariert etwas. Menschen sprechen dich an.

TravellingTwo zeigt oft genau diese Situationen: kleine Gespräche, spontane Hilfe, Einladungen, Tipps von Einheimischen.

Ratgeber-Lektion:
Kontakt entsteht nicht, weil du extrovertiert bist. Kontakt entsteht, weil du Zeit hast und sichtbar bist.

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Praxis-Tipp:
Lerne zwei bis drei Sätze in der Landessprache:

„Hallo, ich reise mit dem Fahrrad.“

„Können Sie einen Campingplatz empfehlen?“

„Danke, das hilft mir sehr.“
Das öffnet Türen – manchmal wortwörtlich.

Motivation auf langen Strecken: Warum Routinen stärker sind als Willenskraft

Es gibt Tage, da ist Reisen magisch. Und Tage, da fragst du dich, warum du das überhaupt machst. Gerade beim Radfahren kommt irgendwann die Routine: Aufstehen, Packen, Fahren, Essen, Fahren, Zelt.

TravellingTwo wirkt nie so, als hätten sie jeden Tag „Bock“. Sie wirken eher so, als hätten sie Systeme entwickelt, die funktionieren.

Routinen helfen dir:

schneller startklar zu werden

weniger Entscheidungen treffen zu müssen

nicht in ein Motivationsloch zu fallen

Praxis-Tipp:
Baue eine „Start-Routine“:
Morgens dieselbe Abfolge (Kaffee → Zelt einpacken → Taschen → los). Das spart Energie.

Sicherheit, Gesundheit, Wohlbefinden: Was wirklich zählt

Wenn Menschen über Abenteuerreisen sprechen, geht’s oft um Mut. Aber Mut allein hilft wenig, wenn du krank wirst, dich verletzt oder mental ausbrennst. TravellingTwo vermittelt eine Reisehaltung, die ich extrem sinnvoll finde: Abenteuer ja – aber nicht kopflos.

Wichtige Basics:

Ernährung: nicht nur Snacks, sondern echte Mahlzeiten

Regeneration: Pausen einplanen

Körper-Feedback: Schmerzen ernst nehmen

Wetter-Management: nicht „durchziehen“, wenn es unvernünftig ist

Praxis-Tipp:
Mach jede Woche einen „Maintenance-Tag“:
Wäsche, Fahrrad checken, Einkäufe, Schlaf nachholen, Route prüfen.

Warum TravellingTwo mehr ist als Unterhaltung

Viele schauen ihre Inhalte wegen Landschaften oder Inspiration. Aber wenn man genauer hinsieht, geht es um etwas Tieferes: um ein Leben, das nicht nach Geschwindigkeit funktioniert.

Sie zeigen, dass es okay ist:

nicht alles sofort zu erreichen

nicht ständig produktiv zu sein

nicht maximal effizient zu leben

sondern Schritt für Schritt zu gehen (oder zu radeln)

Das ist in einer Welt, in der alles schneller werden soll, fast schon radikal.

Fazit: Was du dir von Friedel und Andrew für deine Reise mitnehmen kannst

TravellingTwo erinnert daran, dass Reisen nicht „mehr“ braucht – sondern oft weniger: weniger Stress, weniger Zeug, weniger Druck, weniger Tempo.

Wenn du aus diesem Ratgeber nur drei Dinge mitnimmst, dann diese:

Langsam ist kein Nachteil – es ist ein Erlebnisverstärker.

Routinen machen Freiheit erst möglich.

Reisen ist nicht das Abhaken von Orten, sondern das Erleben von Tagen.

Und vielleicht ist genau das die größte Stärke von Friedel und Andrew: Sie zeigen nicht, wie man schneller irgendwo ankommt – sondern wie man unterwegs wirklich dort ist.

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