
Der Mercian Way von Chester nach Salisbury gilt bisweilen noch als Geheimtipp. Er verbindet zwei der schönsten englischen Städte und führt durch malerische Landschaften voller geschichtsträchtiger Plätze.
Ausgangsort des Mercian Ways – auch bekannt als Route 45 des National Cycle Network – ist die rund 2000 Jahre alte Stadt Chester im Nordwesten Englands unweit der Grenze zu Wales. Fachwerkhäuser und eine gut erhaltene Stadtmauer machen den Charme dieses Städtchens aus.
Vorbei an Whitchurch, Upton Magna und Ironbridge geht es weiter durch Cheshire und Shropshire. Über Bridgnorth und Droitwich nähert sich der Weg Worcester, der ersten größeren Stadt seit dem Verlassen Chesters. Gloucester und Swindon sind die nächsten Städte bevor der Zielort Salisbury erreicht wird.
Unterwegs gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

So gibt es in vier der auf dem Weg liegenden Städte – Chester, Worcester, Gloucester und Salisbury – jahrhundertealte Kathedralen zu bewundern.
Viele der Städte in diesem Teil Englands sind römischen Ursprungs, und so finden sich beispielsweise in Chester und Cirencester Artefakte aus jener Zeit. Noch weiter in der Zeit zurück reicht Stonehenge. Das im Neolithikum errichtete Bauwerk liegt zwar nicht direkt auf der Route, ist jedoch durch einen kleinen Abstecher bei Amesbury recht gut zu erreichen.
Vorsicht ist hier allerdings geboten, da die A303 nicht leicht zu überqueren ist. Folgt man ihr auf südlicher Seite gelangt man jedoch zu einem Überweg. Wer diesen Ausflug nicht wagen möchte, muss jedoch nicht auf prähistorische Bauwerke verzichten. Denn in Avebury befindet sich ebenfalls ein jungsteinzeitlicher Steinkreis, der jedoch nicht wie Stonehenge vom Tourismus geprägt ist.

Wer lieber etwas modernere Geschichte mag, wird auch auf seine Kosten kommen, denn die Strecke ist reich an Historie aus fast allen Epochen.
Kanäle und Eisenbahnlinien erinnern beispielsweise an die Zeit der Industrialisierung. Die Eisenindustrie war in dieser Gegend von großer Bedeutung. Ein Zeuge davon ist die Iron Bridge, die erste Gusseiserne Bogenbrücke der Welt, nahe des gleichnamigen Ortes. Sie führt über die Ironbridge Gorge, eine Schlucht entlang des Flusses Severn.
Wer sich für Eisenbahnromantik interessiert, hat in Bridgnorth die Möglichkeit mit der historischen Dampfeisenbahn des Severn Valley Railway einen Ausflug zu unternehmen.
Zudem laden entlang des Weges zahlreiche pittoreske Dörfer, Farmen, Arboreten, Parks und Museen zum Entdecken und Verweilen ein.

Auch die Landschaft weiß in den Bann zu ziehen. Ein großer Teil der Strecke führt entlang des Tales des Flusses Severn, und auch auf die Themse kann man einen Blick erhaschen.
Die malerischen Cotswolds, durch die die Wegstrecke ebenfalls führt, werden auch als Herz Englands bezeichnet und bieten alles, was als typisch englisch angesehen wird. Übernachtungen sind in zahlreichen Bed & Breakfasts, Hotels oder Campingplätzen entlang der Strecke möglich.
Der Mercian Way hat eine Länge von 353 km und lässt sich gut in fünf bis neun Etappen bewältigen. Insgesamt benötigt man für die Strecke rund 18 bis 20 Stunden.

Der Schwierigkeitsgrad ist moderat. Der Mercian Way eignet sich auch für weniger sportliche Radfahrer, da der größte Teil der Wegstrecke flach ist.
So führt diese Strecke durch die hügelige Landschaft der Cotswolds und des Severn Valley. Sie beinhaltet einige wenige recht steile Aufstiege und Abstiege, die jedoch auch von weniger gut geübten Radlern leicht zu überwinden sind.
Die höchste Erhebung der Cotswolds misst gerade einmal 330 Höhenmeter, die höchsten Aufstiege auf dieser Route befinden sich am Wrekin und dem Knap Hill, und betragen rund 220m. 85% der Strecke sind asphaltierte Wege, 13% feste Wege in offenem Gelände und 2% unbefestigte Wege. Etwa ein Drittel der Strecke ist verkehrsfrei.