Hessischer Radfernweg R9 – Kurze, aber anspruchsvolle Strecke durch Hessen

Die Redewendung „Klein, aber oho“ ist die wohl passendste, wenn es um den Radfernweg R9 geht.

Kurzbeschreibung

Mit weniger als 100 Kilometern Wegstrecke ist der R9 der kürzeste von den insgesamt neun bekannten Radfernwegen Hessens. Trotzdem hat es dieser Radfernweg ganz schön in sich. Er hat sowohl kulturell, als auch landschaftlich einiges zu bieten.

Auch die sportliche Herausforderung gilt es nicht zu unterschätzen. Mit seinen zahlreichen Höhenunterschieden besteht seine Eignung eher in dem ambitionierten Hobbysportler.

Der mittlere Schwierigkeitsgrad macht ihn ideal für den gut konditionierten Radfahrer. Durch seine mögliche Unterteilung in Etappen ist es allerdings auch möglich einzelne Etappen zusammen mit Kindern zurückzulegen.

Die erste Etappe – Begegnung mit der Geschichte

Worms – eine der ältesten Städte Deutschlands

Der Radfernweg beginnt in einer der ältesten Städte Deutschlands: In Worms. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Übernachtungen, um diese sportliche Herausforderung ausgeruht beginnen zu können. Die bekannte Nibelungenstadt Worms hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Unter anderem deshalb ist es sehr lohnenswert bereits am Vorabend des Tourstarts anzureisen. Die Stadt in Ruhe zu erkunden und sich dabei über die Geschichte der Nibelungen zu informieren ist ein gelungener Start für diese Radtour.

Der Radfernweg R9 beginnt konkret nach der Überquerung des Rheins in Richtung Bürstadt. Vorher empfiehlt sich ein Besuch der Wormser Altstadt und des Doms St. Peter. Auch das Nibelungenmuseum ist definitiv einen Besuch wert.

Die Anreise nach Worms gestaltet sich ausgesprochen unproblematisch. Der Bahnhof ist hervorragend angebunden und aus den meisten Ecken Deutschlands erreicht man diesen Bahnhof mehrmals am Tag. Zusätzlich findet sich in und m Worms ein ausgebautes Netz aus Radwegen.

Kloster Lorsch

Von Bürstadt bis nach Lorsch

Mithilfe dieser Radwege ist es möglich den R9 individuell zu erweitern. Hinweg über die Nibelungenbrücke, gekennzeichnet durch den markanten Turm, gelangt man direkt auf den R9.

Die Route führt von Bürstadt direkt nach Lorsch. Auf dieser Etappe führt der Radweg durch verschiedene Wälder und vorbei an malerischen Feldern. In Lorsch ist Halbzeit der ersten Etappe. Hier steht das UNESCO Welterbe Kloster Lorsch, eines der ältesten Gebäude Deutschlands. Ein Besuch stellt ein ganz besonderes Highlight auf dieser Reise dar.

Baggersee Erlache

Der Weg führt weiter aus der schönen Stadt heraus, direkt vorbei an dem Baggersee Erlache. Direkt am See liegt ein Naturschutzzentrum, welches einige Informationen über den dortigen Lebensraum liefert.

Das Tagesziel dieser Etappe liegt in Heppenheim. Hier bieten sich zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Einige Aufstiege später ist ein Besuch des Schloßberges eine interessante Möglichkeit den Abend ausklingen zu lassen.

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Starkenburg auf dem Schlossberg über Heppenheim

Die zweite Etappe – es wird bergig

Die zweite Etappe führt von Heppenheim nach Reichelsheim. Diese Etappe beinhaltet einige Aufstiege und einige Abstiege.

Heppenheim – Oberhambach

Die Route führt im Norden aus Heppenheim hinaus, herum um den Schlossberg. Direkt durch das Hambacher Tal führt die Route direkt in den Odenwald hinein. Nach ungefähr 5 Kilometern erreicht der Radweg die Ortschaft Oberhambach. Hier ist es möglich einige regionale Köstlichkeiten zu erwerben um gestärkt den weiteren Weg antreten zu können.

Ausblick über Odenwald

Schannenbacher Eck

Der nächste Teil der Etappe hat deutlich steilere Anstiege parat. Dafür werden die Mühen allerdings auch mit wunderschönen Ausblicken belohnt. Aufgrund der Tatsache, dass der Radweg vollständig asphaltiert ist, ist das Fahrgefühl trotzdem ausgesprochen angenehm.

An dem berühmten Schannenbacher Eck erreicht man den höchsten Punkt der Etappe. Hier gibt es einen wunderschönen Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Ausblick.

Reichelsheim – das Ziel der Etappe

Das Ziel der zweiten Etappe erreicht man nach einer längeren Abfahrt direkt in Reichelsheim. Hier finden sich ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten für gemütliche Übernachtungen.

Landschaft Odenwald

Die dritte Etappe – malerische Gegend

Die letzte Etappe führt von Reichelsheim nach Obernburg am Main.

Reichelsheim – Brensbach

Die letzte Etappe ist die längste Etappe des R9. Dafür hält sie wesentlich weniger Steigungen bereit. Entlang der Gersprenz führt der Weg von Reichelsheim bis hin nach Brensbach.

Brensbach – Hainstadt

Ab Brensbach führt die Route entlang dem Wallbach und erreicht schnell den Pass kurz vor Gumpersberg. Der Weg führt vorbei an malerischen Feldern und schier endlosen Weiten nach Hainstadt. Kurz hinter Hainstadt endet der Radfernweg R9.

Ziel erreicht – Obernburg am Main

Das endgültige Ziel Obernburg am Main erreicht man mit dem 3-Länder-Radweg. Von dort aus ist es bequem möglich, die Heimreise per Zug anzutreten.

Bildnachweise:
Bild 1: Worms. Bild von Holger Schué auf Pixabay
Bild 2: Kloster Lorsch. Bild von andreas N auf Pixabay
Bild 3: Starkenburg auf dem Schlossberg über Heppenheim. Bild von Matze_macht_Mucke auf Pixabay
Bild 4: Ausblick über Odenwald. Bild von Björn Witschnig auf Pixabay
Bild 5: Landschaft Odenwald. Bild von MonikaP auf Pixabay
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