
Greenways – „Grüne Wege“ – nennt man internationale Rad- und Freizeitwege, die über eine herausragende Qualität verfügen. So ist der Greenway von Prag nach Wien aufgrund seiner Sehenswürdigkeiten und Vielseitigkeit eine sehr beliebte Route.
Sie führt über eine Wegstrecke von 478 Kilometern von der tschechischen Hauptstadt Prag in die österreichische Hauptstadt Wien. Die European Greenways Association überprüft die Freizeit- und Radwege regelmäßig basierend auf definierten Qualitätskriterien.
Der Greenway von Prag nach Wien führt über wenige befahrene Landstraßen und Forstwege. Es ist die erste Langstrecken-Route, die nach der samtenen Revolution in Tschechien etabliert wurde. Diese Route bietet viele Attraktionen und Natur.
Außerdem kann Tschechien von vielen Seiten – sowohl in Bezug auf die Kultur aber auch der Geografie – entdeckt werden.

Die durchschnittliche Steigung der Route beträgt 2,8%. Dabei werden 4.531 Höhenmeter Aufstieg bewältigt, es gibt aber auch 4.670 Meter Abstieg. Insgesamt ist es ein mittlerer Schwierigkeitsgrad. Es gibt einige hügelige Etappen, diese sind für durchschnittlich geübte Radler aber gut zu bewältigen.
Für die 478 km können, je nachdem wie lange an den Orten verweilt werden soll und je nach Fitnesslevel bzw. täglichem Fahrpensum, 8-13 Übernachtungen eingeplant werden. Gerade in den großen Städten Prag und Wien kann aber auch mehr Zeit für Sightseeing eingeplant werden.
Die Anreise nach Prag kann entweder mit dem Flugzeug oder mit dem Auto erfolgen. Es gibt auch eine gute Zugverbindung. Wer möchte kann sich den ersten Tag frei halten und die Stadt erkunden bevor er die Radtour startet.
Die folgenden Etappen bilden eine beispielhafte Aufteilung der Tour. Natürlich können je nach Streckenziel andere Abschnitte gebildet werden:
In Prag verläuft der Greenways Radweg durch den Grüngürtel der Stadt und nutzt das lokale Radwegenetz sowie wenig befahrene Wohnstraßen. Nach einer etwas hügeligen Landschaft folgt eine lange Abfahrt entlang des Flüsschens Kamenice. Folgt man diesem bis ins Tal, kommt man zur Burgruine Zbořený Kostelec.
Den Höhepunkt dieser Etappe bildet die Lieblingsresidenz des letzten österreich-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand d’Este – das Schloss Konopiště.

Weiter geht es durch ruhige Landschaften und kleine Dörfer Mittelböhmens. Das mittelalterliche Städtchen Tábor war seit dem 14. Jahrhundert die Hofburg der tschechischen Reformation und bildet das Ziel der zweiten Etappe.
Die Zwischenziele auf dieser Etappe sind das rote Wasserschloss Červená Lhota sowie die Renaissance-Festung Pluhův Zdar. Der Weg dorthin führt durch Felder und weite Landschaft. Die alte Stadt Jindřichův Hradec war im 16. Jahrhundert die zweitgrößte des Tschechischen Königreiches.
Das böhmisch-mährische Hochland ist bekannt für kleine Dörfer inmitten von Wäldern und Wiesen und seine gut erhaltene Natur. Die historische Stadt Telč ist ein UNESCO Weltkulturerbe und bietet Renaissance Flair.

In der Stadt Dačice wurden die ersten Würfelzuckerstücke hergestellt. Nach Dačice geht es über Jemnice zum Vranov Damm. Während der Abfahrt zum Damm gibt es spektakuläre Ausblicke auf die Burg Bítov und den Zusammenfluss der Flüsse Dyje und Želetavka.
Im Nationalpark Podyji kann ein einzigartiges Ökosystem mit einer artenreichen Flora und Fauna bewundert werden. Das Etappenziel ist die alte Königsstadt Znojmo.
Diese Etappe führt entlang des österreichischen Grenzgebietes. Es lassen sich noch Überreste des eisernen Vorhangs finden. In der flachen Landschaft von Mikulov gibt es einige Sehenswürdigkeiten wie eine alte Wassermühle und das Renaissance Schloss in Jaroslavice.
Das Gebiet Lednice-Valtice gehört mit seinen prächtigen Bauten zum UNESCO Weltkulturerbe.

In dieser Etappe wird die Grenze von Tschechien nach Österreich überfahren. Nachdem die Relikte des eisernen Vorhangs zurückgelassen wurden, führt der Radweg nach Poysdorf, welches als Hauptstadt des österreichischen Weins gilt. Vom Schloss Wilfersdorf ist es nicht weit nach Mistelbach.
Entlang des EuroVelo 6 gelangt man ohne Probleme durch die Weinviertel nach Wien. Dort angekommen kann die Stadt erkundet werden.