
Ganze 290 Kilometer lang führt der neue Fernradweg – die Flow Vélo – von Thiviers in der Dordogne bis hin zu seinem Ziel an der Atlantikkünste. Sogar eine kleine Fährpassage beinhaltet der neu angelegte Fernradweg. Er gilt als anspruchsvoll und ist daher mit seinem mittleren Schwierigkeitsgrad gut geeignet für den ambitionierten Hobbysportler, der die Herausforderung sucht.
Ein besonderes Highlight des Fernradweges ist die Eigenschaft, dass er nahezu ausschließlich über kleine Nebenstraßen führt. Die großen Hauptstraßen meidet die Flow Vélo nahezu ausschließlich und führt dafür lieber über Nebenstraßen und umgestaltete, alte Bahntrassen.
Sie zeigt also nicht nur die besonders schöne Geografie der ländlichen Regionen Frankreichs sondern auch den besonderen Charme der Atlantikküste.
Der Startpunkt der Flow Vélo befindet sich in Thieviers. Ein kleines Städtchen, mitten in der schönen, grünen Dordogne. Das malerische Städtchen ist eine ganz besondere Sehenswürdigkeit gleich auf der ersten Etappe des Fernradwegs. Hier findet sich wunderbare Architektur, gepaart mit romantischen Ziegeldächern und verspielten Häusern, die zu einem Spaziergang und zum Verweilen einladen.
An diesem malerischen Ort beginnt die Flow Vélo. Allerdings tut sie dies ganz ohne besondere Kennzeichnung durch einen Stein oder eine ähnliche, sonst gern gewählte Markierung. Sie startet ganz simpel auf einer Nebenstraße. Der unscheinbare Eindruck ändert sich allerdings schnell.
Bis Saint-Pardoux-la-Rivière führt die Flow Vélo über eine ausgebaute, ehemalige Bahntrasse. Die besondere Natur ist an dieser Stelle noch einzigartig unberührt. So säumen Ginster, Buchen und Haselnüsse den gesamten Weg und lassen die Landluft einzigartig frisch wehen.

An dieser Stelle ist es empfohlen einen kleinen Abstecher zu machen und Saint-Jean-de-Côle zu besuchen. Dieses Dorf steht mit seinem Kloster und dem Schloss Marthonie auf der Liste der schönsten Dörfer Frankreichs und lädt zu einem Besuch ein. Es lohnt sich die besondere Geschichte dieses Dorfes zu erkunden.
Es folgen bereits auf dieser Etappe zahlreiche Auf- und Abstiege und machen die Strecke nicht nur besonders schön, sondern auch besonders anspruchsvoll, da hier einige Höhenmeter zu bewältigen sind. Das erste Tagesziel liegt häufig in Feuillade. Dort finden sie zahlreiche Möglichkeiten für eine Übernachtung.

Die nächste Etappe führt durch Angoulême. Hier gibt es eine ausgeprägte Gastronomieszene und eine wunderschöne Kathedrale, die dazu einlädt das Rad einmal beiseite zu stellen. Der weitere Weg führt entlang der Charente. Eine weitere Möglichkeit für eine Übernachtung liegt direkt nach der Strecke und benötigt keinen weiteren Umweg.
Es winkt der Cognac an dieser Stelle des Weges. Sowohl die gleichnamige Stadt als auch der Weinbrand naht nun und kreuzt den Weg eines jeden ambitionierten Radlers, der die Flow Vélo genießt. Das Etappenziel liegt in Saintes mit seinem Amphitheater und der Pilgerkirche Saint-Eutrope.

Auf dem 58 Kilometer langen Weg von Saintes nach Rochefort wird es auf der Flow Vélo noch ein ganzes Stück ländlicher und ruhiger.
An dieser Stelle bietet sich die Fährüberfahrt auf die Insel Aix an. Hier gibt es Wehrmauern, schöne Felsküsten und die besondere Flora und Fauna zu bestaunen. Die Tatsache, dass Napoleon auf Aix im Jahre 1815 seine letzten Tage auf französischem Boden verbrachte, nachdem er sein Waterloo erleben musste, prägt die Geschichte dieser Insel mitsamt eines Denkmals.
An dieser Stelle endet die Flow Vélo, sobald man am Festland zurück den nächst größeren Bahnhof nimmt und nach Rochefort reist.