Tony Rominger – Überragender Sieger des Giro d’Italia 1995

Der Schweizer Radrennfahrer wurde am 27. März 1961 in der kleinen Stadt Vojens in Dänemark geboren. Der Sohn einer dänischen Mutter zog in jungen Jahren mit seinem Schweizer Vater in den Kanton Zug, wo er den Großteil seiner Jugend verbrachte. Neben den örtlichen Bergen wie dem Gubel oder dem Wildspitz, die er mit seinem Vater durchwanderte, wurde das Fahrradfahren mit der Zeit zu einer großen Leidenschaft seinerseits. Rominger widmete sich allerdings zuerst seiner beruflichen Ausbildung und schloss eine Lehre als Buchhalter ab.

Der Weg zum Profisportler

Im Jahr 1984 gelang ihm dann im Alter von 23 Jahren der erste internationale Rennraderfolg. Er gewann beim spanischen Straßenradrennen Cinturiòn a Mallorca neben der Auftaktetappe noch eine weitere Etappe und konnte damit zum ersten Mal auf sich aufmerksam machen.

Es sollte jedoch noch zwei weitere Jahre dauern bis Rominger sich dem Team Celo-Aufina anschloss und damit seinen ersten Profivertrag abschloss. Er reifte in den 1990er Jahren zu den erfolgreichsten und populärsten Radsportlern der Welt heran.

Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana 1992

Diesen Aufstieg begründete unter anderem sein Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana 1992. Tony Rominger erlöste die Eidgenossen, die sich seit dem Sieg von Carlo Clerici im Jahre 1954 nach einem Schweizer Sieg bei einem der drei größten Stadtradrennen sehnten.

Diesen Triumph konnte Rominger in den beiden Folgejahren sogar wiederholen. Ein Rekord, den erst der Spanier Roberto Heras mit seinen drei Siegen 2003, 2004 und 2005 egalisieren konnte. Vorerst. Denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass Heras 2005 gedopt war, sodass ihm der Sieg aberkannt wurde und Romingers Rekord damit bis heute weiterhin unangefochten ist.

Sieg des Giro d’Italia 1995

Im Jahr 1995 erreichte Tony Rominger mit dem überragenden Sieg des Giro d’Italia, die er über vier Minuten schneller als der Zweitplatzierte absolvierte, den Höhepunkt seiner Karriere.

Er bezeichnete den Giro d’Italia in einem späteren Interview als das anspruchsvollste Etappenrennen unter den Grand Tours, auch wenn die Tour de France ihm an Prestige überlegen war.

Als ewiger Rivale Romingers trat dabei immer wieder der Spanier Miguel Indurain, der seinem Schweizer Konkurrenten unter anderem bei der Tour de France 1993 auf den zweiten Platz verdrängte, auf den Plan. Rominger konnte ihm in diesem Rennen immerhin den Sieg im Zeitrennen abnehmen.

Olympische Sommerspiele 1996

Ein weiteres Highlight seiner Karriere war die Teilnahme an den olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta, bei dem er sich über den fünften Platz im Straßenrennen freuen durfte.

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Karriereende durch Unfall

Im Jahr 1997 stürzte er bei der 3. Etappe der Tour de France und brach sich das Schlüsselbein. Durch diese Verletzung zur Aufgabe gezwungen, musste er seinen Traum, alle drei Grand Tours mindestens einmal zu gewinnen, begraben, da er im gleichen Jahr seinen Rückzug vom professionellen Radsport erklärte.

Er konnte in seiner Karriere auf 11 Profijahre zurückblicken, in denen es ihm gelang den Radrennsport in seiner Heimat wieder populärer zu machen. In dieser Zeit war er bei sechs Teams angestellt und gewann über 90 Rennen. Die Tour de France gehörte leider nicht dazu.

Das Leben nach der aktiven Profikarriere

Der viermalige Schweizer Sportler des Jahres (1989, 1992, 1993, 1994) blieb dem Radsport auch im Ruhestand noch erhalten. Er war ein gefragter Kommentator, unter anderem für Eurosport, und organisierte die Tour de Suisse 2004. Später übernahm er hier auch die Position des Renndirektors.

Sein Hauptaugenmerk lag allerdings auf der Betreuung von Rennradprofis wie Andreas Klöden oder Matthias Kessler, denen er durch seine Erfahrungen zu ähnlichen Erfolgen verhelfen wollte.

Seit 2014 gehört Rominger zu den Geschäftsführern der Reiseagentur Huerzeler Bicycle Holiday. Der Konzern macht sich hierbei vor allem seine ungebrochene Popularität zunutze, die der Schweizer insbesondere in seiner Heimat immer noch genießt.

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