Der Radrennfahrer Thierry Claveyrolat – Der schnelle Adler von Vizille

Thierry Claveyrolat war ein französischer Radrennfahrer, der seine beste Zeit als Profi Ende der 80er und Anfang der 90er Jahren hatte.

Er galt als starker Bergfahrer, was unter anderem auf seine Figur zurückzuführen war. Er war ein schlanker und schlaksiger Fahrer. Seine Statur und seine fahrerischen Qualitäten am Berg brachten ihm Spitznamen wie la Clavette (die Passfeder) oder L’Aigle de Vizille (der Adler von Vizille) ein.

Werdegang und Meilensteine der Karriere

Am 31. 3. 1959 geboren wuchs Thierry Claveyrolat in Vizille bei Grenoble auf. Ein kleiner und beschaulicher Ort. Die Bewohner befinden sich inmitten der französischen Alpen. Nicht weit entfernt sind die bekannten Wintersportorte L‘Alpe-d’Huez und Les Deux-Alpes, wodurch Thierry Claveyrolat ideale Trainingsbedingungen in den Bergen vorfand.

1983: Der erste Profivertrag beim Team St-Etienne-Pelussin

Den Sprung vom Amateur zum Profi schaffte er im Jahr 1983 im Alter von 24 Jahren. Er unterschrieb einen Profivertrag beim französischen Team St-Etienne-Pelussin.

Bereits im ersten Jahr war Thierry Claveyrolat mit einem zweiten Platz auf der sechsten Etappe beim Critérium du Dauphiné beziehungsweise Critérium du Dauphiné Libéré an der Weltspitze angekommen.

Doch dies sollte nicht sein einziges Top-Ergebnis bei einem wichtigen französischen Etappenrennen bleiben.

1984: Team Système U

Im Jahr 1984 wechselte der französische Kletterspezialist zum Rennstall Système U. Große sportliche Erfolge blieben jedoch aus. Auch der Rennstallwechsel zu La Redoute im Jahr 1985 brachte keine großen sportlichen Highlights.

1986: Team RMO

1986 wechselte Thierry Claveyrolat zum Rennteam RMO, wo er die größten Erfolge in seiner Karriere feierte.

  • Im ersten Jahr mit dem neuen Rennteam gab es einen 17. Platz der Gesamtwertung bei der Tour de France.
  • Hinzu kam der 6. Platz im Gesamtklassement beim Critérium du Dauphiné Libéré mit zwei Etappensiegen sowie der 16. Platz bei der Tour de Romandie.
  • 1987 war weniger erfolgreich, wobei Thierry Claveyrolat erneut eine Etappe beim Critérium du Dauphiné Libéré gewinnen konnte.

1988: Tour de France

Den ersten großen Erfolg bei der Tour de France gab es im Jahr 1988 mit dem zweiten Platz auf der 11. Etappe. Die Etappe führte von Besançon nach Morzine. Eine Bergetappe, bei der Claveyrolat seine Stärken als Kletterer ausspielen konnte.

1989

Zahlreiche Siege gab es für Thierry Claveyrolat im Jahr 1989 zu feiern.

  • Dazu gehörten zwei Etappensiege bei der Katalonien-Rundfahrt.
  • Im Gesamtklassement belegte der Franzose Platz 6.
  • Neben einer Etappe konnte Claveyrolat die Gesamtwertung der Tour du Limousin gewinnen.
  • Hinzu kamen zwei Etappensiege beim Radrennen Arrateko Igoera
  • und der zweite Platz in der Gesamtwertung.
  • Einen weiteren Etappensieg gab es beim Critérium du Dauphiné Libéré. Die Gesamtwertung schloss der Bergspezialist auf Platz 3 ab.

1990

Das Jahr 1990 war das erfolgreichste Jahr für den Franzosen.

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  • Er gewann die 10 Etappe der Tour de France und erhielt das gepunktete Trikot des besten Bergfahrers.
  • Im gleichen Jahr gewann er das Radrennen Arrateko Igoera.
  • Bei seinem Lieblingsrennen Critérium du Dauphiné Libéré erzielte er neben einem Etappensieg den zweiten Platz in der Gesamtwertung.
  • Zudem gewann er die Radrennen Boucles Parisiennes und La Poly Normande.

1991

1991 gewann Thierry Claveyrolat erneut eine Bergetappe bei der Tour de France. Er gewann die 18. Etappe von Bourg d’Oisans nach Morzine. Fast hätte es 1991 erneut zum Sieg des besten Bergfahrers bei der Tour de France gereicht. Er wurde mit 277 Punkten hinter Claudio Chiappucci zweiter der Bergwertung.

Karriereende und erschütternder Tod

Drei Jahre nach seinem letzten Etappensieg bei der Tour de France beendete Thierry Claveyrolat im Jahr 1994 im Alter von 35 Jahren seine Karriere.

Nur fünf Jahre später beging der kletterstarke Franzose Selbstmord. Ausschlaggebend war ein von ihm verschuldeter Autounfall, bei dem vier Personen verletzt wurden. Er war alkoholisiert gefahren und nahm sich mit einem Schuss aus seinem Gewehr das Leben.

Die größten Siege im Überblick

  • 1990: Gewinner des Bergtrikots bei der Tour de France, Gewinn der 10. Etappe bei der Tour de France.
  • 1991: Zweiter Platz in der Wertung des besten Bergfahrers der Tour de France, Sieg bei der 18. Etappe der Tour de France.
  • Critérium du Dauphiné Libéré: Fünf Etappensiege, einmal Zweiter und einmal Dritter in der Gesamtwertung.
  • Katalonien-Rundfahrt: Zwei Etappensiege.
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