Sylvain Chavanel – der kämpferischste Fahrer der Tour de France

In der westfranzösischen Gemeinde Châtellerault wurde am 30. Juni 1979 der spätere französische Radrennprofi und Spezialist im Zeitfahren Sylvain Chavanel geboren. Sein Bruder, Sebastian Chavanel, war ebenfalls Radrennfahrer und bis 2016 aktiv.

Erste Profijahre

Mit 21 Jahren begann 2000 seine internationale Karriere im Trikot des französischen Radsportteams Bonjour / Brioches La Boulangére. Beim Etappenrennen Tour de l´Eurometropole durch Frankreich und Belgien gewann Chavanel eine Etappe und erregte somit erstmalig Aufmerksamkeit.

2002: 4 Jours de Dunkerque

Nach einem Jahr ohne Siege machte Chavanel 2002 erneut auf sich aufmerksam. Er gewann das Straßenrennen 4 Jours de Dunkerque (Vier Tage von Dünkirchen) – ein Karrierehöhepunkt – und siegte beim „Trophée des Grimpeurs“ (Kletterer-Trophäe), ein französisches Eintagesrennen.

2003: Tour des Alpes-Maritimes et du Var, Circuit Cycliste Sarthe

2003 folgte der Gesamtsieg beim Straßenradrennen Tour des Alpes-Maritimes et du Var. Beim Etappenrennen Circuit Cycliste Sarthe im französischen Départment Sarthe gewann er eine einzelne Etappe, erst 2005 folgte der Gesamtsieg.

2004: weitere Erfolge bei vier Radrennen

2004 setzten sich seine Erfolge im Radsport fort. Chavanel gewann die Gesamtwertung des Straßenrennens „Vier Tag von Dünkirchen“, die Belgien-Rundfahrt und dazu die Polynormande, ein weiteres französisches Eintagesrennen. Beim Radrennen Tour Poitou Charentes en Nouvelle Aquitaine gewann Chavanel zwei von fünf Etappen.

2005: Erfolge im neuen Team Cofidis Le Crédit par Téléphone

Nur ein Jahr später, 2005 und im Trikot seines neuen Arbeitgebers Cofidis Le Crédit par Téléphone, gewann er die Gesamtwertung. 2005 siegte er weiterhin bei der Circuit Cycliste Sarthe.

Im gleichen Jahr wurde er französischer Meister im Einzelzeitfahren und gewann zusammen mit seinem Partner Thierry Marichal das Straßenradrennen Duo Normand, ein Paarzeitfahren.

2006-2007: keine nennswerte Erfolge

Nach einer Phase ohne nennenswerte Erfolge in den Jahren 2006 (Französischer Meister im Einzelzeitfahren und Gesamtsieger bei der Tour du Poitou-Charentes) und 2007 folgte das Abschiedsjahr im Trikot von Cofidis-Le Crédit par Téléphone.

2008: neue Etappensiege und Kürung bei Tour de France

2008 erfuhr Chavanel Etappensiege bei der Tour Méditerranéen, auch Mittelmeer Rundfahrt genannt, dem Radrennen Paris – Nizza, der Rundfahrt durch Katalonien, und der Tour de France. Bei der Tour de France wurde Chavanel zum kämpferischsten Fahrer gekürt.

Darüber hinaus wurde er Gesamtsieger beim Radrennen „Quer durch Flandern“ und „Pfeil von Brabant“. Er krönte sein erfolgreichstes und letztes Jahr in diesem Trikot mit dem Titel Französischer Meister im Einzelzeitfahren.

Karrierehöhepunkte, Teams und verschiedene Radrennen

Ab 2009: Im Trikot von Team Quick Step

Von 2009 bis 2013 zog sich Chavanel nun das Trikot seines neuen Arbeitgebers „Quick Step“, einem belgischen Radsportteam, über.

Anzeige

Im ersten Jahr gelangen Chavanel nur zwei Etappensiege, erst 2010 erzielte er zwei Etappensiege bei der Tour de France und wurde erneut zum kämpferischsten Fahrer gekürt. 2011 folgte der französische Meistertitel im Straßenrennen.

2012 gewann Chavanel die Gesamtwertung der „Drei Tage von De Panne“, ein Straßenrennen in Belgien, er wurde abermals französischer Meister im Einzelzeitfahren und Weltmeister im Mannschaftszeitfahren. Im letzten Jahr für „Quick Step“ krönte er sich erneut zum französischen Meister im Einzelzeitfahren und Weltmeister im Mannschaftszeitfahren, gewann zum zweiten Mal in Folge die „Drei Tage von De Panne“.

2014: Im neuen Trikot von Team IAM Cycling

2014 knüpfte Chavanel im neuen Trikot von IAM Cycling an die Erfolge von 2013 an und gewann unter anderem das Einzelzeitfahrrennen Chrono des Nations und das Radrennen Grand Prix Ouest France-Plouay. Zudem wurde er erneut französischer Meister im Einzelzeitfahren.

2015-2018: Das Team Direct Ènergie

Bis 2018 fuhr Sylvain Chavanel noch aktiv Radrennen und fuhr nach 2015 für das französische Radsportteam Direct Ènergie. Weitere Karrierehöhepunkte blieben aus. Er gewann die Gesamtwertung der Tour du Poitou Charentes und jeweils 2016 und 2017 eine Etappe eines Straßenrennens.

Seine Laufbahn als Radrennfahrer beendet er 2018 mit dem fünften Platz beim Einzelzeitfahrtrennen Chrono des Herbiers.

Erfolge als Radrennfahrer auf der Bahn

Neben seiner Laufbahn im Straßenrennen war Chavanel seit 2015 auch auf der Bahn aktiv. In seinem ersten Jahr und 2016 wurde er französischer Meister in der Einerverfolgung.

2016 wurde er zudem Erstplatzierter beim Bahnrad-Weltcup im schottischen Glasgow in der Einerverfolgung. Einen würdigen Abschluss seiner Bahn-Karriere fand Sylvain Chavanel 2017.

Zusammen mit seinem Partner Thomas Boudat wurde er französischer Meister im Zweier Mannschaftsfahren.

Weiterführende Beiträge