
Santiago Botero war ein kolumbianischer Radprofi, der zwischen 1996 und 2010 unter anderem für das Team Kelme, T-Mobile und den Schweizer Rennstall Phonak fuhr. Bekannt war Botero als Bergspezialist und hervorragender Zeitfahrer.
Dies bewies Botero als Zeitfahr-Weltmeister von 2002 und unter anderem bei der 14. Etappe der Tour de France im Jahr 2000. Eine schwierige Bergetappe mit drei Pässen, wo er mit einem Vorsprung von 2.30 Minuten als Sieger über die Ziellinie fuhr.
Das Licht der Welt erblickte der ehemalige Radprofi am 27. Oktober 1972 in Medellin. Die Hauptstadt von Antioquia ist bekannt für ihre landschaftlichen Reize. Berge, gut duftende Blumen und das ganze Jahr über angenehme Temperaturen.
Letzteres verleiht Medellin auch den Beinamen „Stadt des ewigen Frühlings“. In der Kindheit und zu den Anfängen der Profikarriere von Santiago Botero war Medellin jedoch auch Hochburg kolumbianischer Drogenbarone.
Die Villa der Mutter Boteros lag in unmittelbarer Nachbarschaft von Pablo Escobar. Bei seinen Trainings in den rund 2000m hoch gelegenen Andenstraßen wechselt Botero ständig seine Routen, um eine Entführung zu vermeiden.
Der Südamerikaner ist mit Catalina Botero Marino verheiratet. Eine Rechtsanwältin, die durch ihre Aktivitäten für die Interamerikanische Menschenrechtskommission bekannt wurde.
Seit 2016 ist Catalina Botero Marino als Dekanin an einer Universität in Los Angeles tätig. Beide besitzen eine Apartment-Anlage im Stadtteil El Poblado in Kolumbien.
In der Freizeit und in den Ferien verbringt die Botero Familie gerne Zeit im spanischen Madrid.
Wie auch beim ehemaligen australischen Radprofi Cadel Evans begann die Karriere Boteros als Mountainbiker.
In den 80er Jahren gewann der Kolumbianer ein Mountainbike-Rennen mit solch großem Vorsprung, dass die Verantwortlichen dachten, er hätte betrogen. Botero wurde an jenem Tag disqualifiziert.
Anfang der 90er Jahre stieg der Sohn eines Möbelhaus-Besitzers auf das Rennrad um. Gleichzeitig studierte Botero an einer kolumbianischen Universität Betriebswirtschaft. Er versuchte, Schule und Radrennsport unter einen Hut zu bringen.
Seinen ersten Profivertrag unterschieb Santiago Botero Echeverry im Jahr 1996 für das spanische Rennteam Kelme. Die Anfänge verliefen nicht besonders gut, weshalb Botero ein Jahr darauf in die Kelme-Talentschmiede nach Kolumbien zu Raúl Mesa zurückgeschickt wurde.
Ein Jahr darauf fuhr der südamerikanische Radprofi mit einem 4. Platz in der Gesamtwertung der Tour de Romandie seinen ersten großen Erfolg ein.
1999 wurde Santiago Botero Zweiter in der Gesamtwertung der Vuelta a Andalucía und Dritter in der Gesamtwertung von Paris – Nizza.
Die größten Erfolge seiner Karriere feierte Santiago Botero Echeverry in den Jahren 2000, 2001 und 2002.
Im Jahr 2003 wechselte Santiago Botero zum Team T-Mobile. Den hohen Erwartungen konnte der Kolumbianer nicht gerecht werden. Es folgte 2005 ein Wechsel zum Team Phonak, wo Botero durch ein ausgezeichnetes Zeitfahren im Abschluss die Tour de Romandie 2005 gewinnen konnte.
Ein Jahr darauf sicherte sich der Kolumbianer für das Schweizer Team den zweiten Platz bei der Katalonien-Rundfahrt.
Dies war eines der letzten größeren Erfolge von Santiago Botero bis zu seinem Karriereende im Jahr 2010.