Samuel Sánchez – der erfolgsreiche Fahrer des baskischen Teams

Der Radrennfahrer Samuel Sánchez, geboren am 5. Februar 1978, gehörte während seiner aktiven Zeit zu den erfolgreichsten Profis seines Heimatlandes. In seiner Jugend absolvierte er Rennen für das Nachwuchsteam Olarra.

Obwohl außerhalb des Baskenlandes geboren, erhielt er ab dem Jahr 2000 einen Vertrag beim Team Euskatel, für das er 13 Jahre lang Radrennen auf höchstem Niveau bestritt. Bemerkenswert ist dies insofern, als dass das Team sonst ausschließlich auf baskische Fahrer setzte, ehe es sich im Jahr 2013 auflöste.

Rundfahrer mit Top Ten-Abo

Der Spanier hatte während seiner Karriere stets ein sehr vielseitiges Fahrerprofil vorzuweisen. Sowohl Anstiege, als auch Abfahrten bewältigte Sánchez im vorderen Teil des Fahrerfeldes, was der Garant für seine vielen Erfolge war.

Erstmals richtig auf sich aufmerksam machen konnte Sanchez durch einen Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt im Jahre 2005, welche er schließlich auf dem zehnten Gesamtrang beenden konnte.

Auch in den beiden darauf folgenden Jahren wanderten Etappensiege bei seiner Heimatrundfahrt auf sein Konto. Diese Erfolge deutete sein großes Potential für Rundfahrten an, bei denen der Mann aus Oviedo insgesamt neun Platzierungen unter den ersten Zehn schaffte.

Karrierehöhepunkt: Olympiasieg an der chinesischen Mauer

So richtig in Schwung kam die Laufbahn des Samuel Sánchez schließlich im Jahre 2008. Nach einem starken siebten Gesamtrang bei der Tour de France im Juli, wurde er vom spanischen Verband für die Sommerspiele in Peking nominiert.

Obwohl eigentlich als Edelhelfer für den vermeintlichen Kapitän Alejandro Valverde eingeplant, setzte sich Sanchez mit einigen anderen Fahrern vom restlichen Feld ab. Gelegen kam ihm dabei der bergige Rundkurs um die chinesische Hauptstadt, auf der ein Bergfahrer seine Stärken voll ausspielen kann.

Ebenfalls war es Sánchez, der die Spitzengruppe in den Abfahrten des anspruchsvollen Kurses auf Tempo hielt und so dafür sorgte, dass es zum Sprint einer am Ende sechsköpfigen Gruppe kam. In diesem hatte der Euskatelfahrer schließlich die schnellsten Beine und schlug den Italiner Davide Rebellin und den Schweizer Fabian Cancellara souverän.

Auf dem Höhepunkt angelangt, war von nun an ein goldenes Rad ständiger Wegbegleiter des neuen Olympiasiegers.

Bestätigung der Leistung

Auch nach diesem großen Erfolg rissen die Leistungen nicht ab. Tatsächlich sollten die nächsten Jahre das Leistungspotential nochmals vollständig ausschöpfen.

  • Zunächst war es 2009 nur Alejandro Valverde, der Sánchez in der Gesamtwertung der Spanien-Rundfahrt bezwang.
  • Anschließend folgte im Jahr 2010 schließlich der Sprung auf das Podest beim größten Radrennen der Welt, als der dritte Platz bei der Tour de France erreicht werden konnte. Zwei Jahre später wurde die Platzierung dann sogar noch einen Platz nach oben korrigiert, da Sánchez‘ Landsmann Alberto Contador der Sieg wegen Dopings aberkannt wurde.
  • Kaum minder schlecht verlief die Grande Boucle im darauf folgenden Jahr: Der Euskadel-Kapitän erreichte den fünften Gesamtrang und gewann augfrund einer offensiven und mutigen Fahrweise darüber hinaus das gepunktete Trikot für den besten Bergfahrer.

Auflösung von Euskadel und Wechsel zu BMC

In der Saison 2012 feierte der Olympiasieger von Peking einen weiteren Meilenstein in seiner Laufbahn. Zum ersten und einzigen Mal stand er bei einem Etappenrennen auf der obersten Stufe des Podests, als der Gesamtsieg bei der Baskenlandrundfahrt eingefahren werden konnte.

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Für den stärksten Fahrer des baskischen Teams war der Erfolg in der Heimatregion seiner Mannschaft gleichzeitig der Abschied von Euskatel – mit Ende der Saison 2013 stellten die Basken den Rennbetrieb ein.

Sánchez setzte seine Karriere allerdings beim Team BMC fort, wo er sich allerdings eher auf Helferaufgaben konzentrierte und nur noch selten auf eigene Rechnungen fuhr.

Dopingsperre und Karriereende

Wie bei vielen Radprofis seiner Generation, war auch das Leben von Sánchez nicht frei von Doping.

2017 fiel das Testergebnis einer Dopingprobe positiv auf ein Wachstumshormon aus. Obwohl der nunmehr 39-jährige die Anschuldigungen von sich wies, sperrte ihn die UCI entsprechend der Regularien für zwei Jahre.

Da das Team BMC daraufhin das Vertragsverhältnis kündigte, fand die sonst so erfolgreiche Karriere des einstigen Olympiasiegers ein unrühmliches Ende.

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