Radprofi Roberto Heras – Eine Karriere, die ihresgleichen sucht

Roberto Heras war ein ehemaliger spanischer Radprofi, der zwischen 1997 und 2005 aktiv war. In dieser Zeit gewann er viermal die Spanienrundfahrt. 2005 wurde er positiv auf EPO getestet und beendete kurz darauf seine Profikarriere. 11 Jahre später sind ihm vom spanischen Staat die Entschädigungsgelder ausgezahlt worden – das Dopingtest von damals ist  falsch positiv gewesen.

Die junden Jahren

Heras stammt aus der westspanischen Stadt Béjar und hat dort auch das Radfahren gelernt. In seiner Jugend verdiente er sich die ersten Sporen mit dem lokalen Team Cafés Fortaleza als er bei kleineren Rennen auf sich aufmerksam machte.

Mit 22 Jahren wechselte er ins Jugendteam des bekannten spanischen Rennstalls Kelme und ein Jahr später stieg er in die Profimannschaft auf.

Rasanter Aufstieg

Sein Aufstieg war rasant, denn

  • gleich im ersten Profijahr gewann er eine Etappe bei der Vuelta a Espana und wurde Fünfter im Gesamtklassement – 1998 wurde er Sechster und holte erneut einen Etappensieg. Er unterstrich somit seine Fähigkeiten als Fahrer für die großen Rundfahrten.
  • Im Jahr 2000 holte er sich den ersten Gesamtsieg der Spanienrundfahrt und gewann daneben zwei Etappen.
  • Zudem wurde er Fünfter in der Mannschaftswertung bei der Tour de France mit seinem Team Kelme.

Team US Postal

Edelhelfer von Lance Armstrong

Prädestiniert als Kapitän entschied er sich 2001 jedoch zu einem Wechsel zu US Postal und wurde ein sogenannter Edelhelfer für Lance Armstrong, der um die Jahrtausendwende die Tour de France nach Belieben dominierte. In dieser Rolle war er es, der Armstrong bis zum Schluss begleiten und unterstützen sollte.

Sieg bei Vuelta a Espana

Als Anerkennung durfte er dann bei der später im Jahr stattfindenden Vuelta auf eigene Rechnung fahren. Nach seinem ersten Sieg 2000, schrammte er 2001 und 2002 jeweils knapp am Sieg vorbei und wurde Dritter bzw. Zweiter.

Team Liberty Seguros

Gesamtsieg in der Heimat

Erst 2003 gelang ihm wieder ein Gesamtsieg in seinem Heimatland, den er 2004 und 2005 wiederholte. Diese drei Siege in Folge sind mit Sicherheit der Karrierehöhepunkt für Heras gewesen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr er schon für das Team Liberty Seguros und diesmal war er der Kapitän dieser Mannschaft.

Tour de France

Mit der Tour de France hat er gute Erfahrungen machen können, auch wenn ihm kein Etappensieg gelang, anders als beispielsweise beim Giro, an dem er nur ein einziges Mal teilnahm, gleich eine Etappe gewann und Fünfter wurde.

Dennoch konnte er hier keine Punkte sammeln, was durchaus seinem Profil als Wasserträger oder Helfer für Armstrong entsprach. In der Rangliste der UCI war er in den Jahren von 1999 bis zum Karriereende 2005 immer unter den besten 25 Fahrern, mit Ausnahme 2001, da stand er unter 71 auf der Liste.

Anzeige

Dopingverdacht und das Ende der Karriere

Das Jahr 2005 wurde sein Schicksalsjahr. Der Sieg bei der Vuelta wurde ihm nachträglich aberkannt, da ihm die Einnahme von EPO (Erythropoetin) nachgewiesen wurde. Der erste Platz ging an Denis Menschow.

Im Februar 2006 wurde er für zwei Jahre gesperrt. Die Regularien der ProTour sehen vor, dass ein Fahrer vier Jahre nach einer Verurteilung wegen eines Dopingvergehens nicht wieder von einer Profimannschaft unter Vertrag genommen werden darf. Somit bedeutete diese positive Probe das Ende seiner Profikarriere, welches er dann auch im Dezember 2007 offiziell verkündete.

Jedoch wurde er 2012 wieder als Sieger der Vuelta von 2005 eingesetzt, da sein Dopingverfahren fehlerhaft war und seine Tests ungültig waren, aufgrund mangelhafter Lagerung der Proben.

Im Januar 2016 musste der spanische Staat Heras eine Entschädigung von mehr als 700.000 zahlen.

Er kehrte in keiner Position mehr in den Profiradsport zurück, allerdings nahm er in seiner Freizeit an Mountainbikerennen teil.

Weiterführende Beiträge