
Radball ist eine Sportart, wo mit einem speziellen Ball und der auch auf besonderen Fahrrädern gespielt wird. Es gibt verschiedene Arten der Indoor-Radballdisziplinen. Beim 2er-Radball wird mit zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern gespielt, beim 5er-Radball mit zwei Mannschaften mit jeweils fünf Spielern.
Dem US-amerikanischen Kunstradfahrer Nick Kaufmann soll die Idee zu dieser Sportart gekommen sein, als er einen Hund mit einem Stups von seinem Vorderrad zur Seite geschoben hat, um sich und den Hund vor Verletzungen zu schützen. Nachdem in Amerika schon 1883 Polobälle mit dem Vorderrad eines Kunstfahrrades bewegt wurden, kam der Radball in Deutschland erst 1901 in die Öffentlichkeit. Paul und Otto Lüders waren die ersten Kunstradfahrer, die diese Sportart in Berlin vorstellten.
Die Spielzeit ist je nach Altersklasse verschieden. Bis zu der Altersklasse von U17 werden zweimal 5 Minuten gespielt, bis zur Altersklasse U19 zweimal 6 Minuten, Erwachsene spielen zweimal 7 Minuten. Der Ball ist im Durchmesser 17 bis 18 cm groß und hat ein Gewicht von 500 bis 600 g.
Für einen internationalen Wettkampf ist ein Spielfeld für 2er-Radball 14 mal 11 Meter groß. Bei nationalen Wettkämpfen kann das Spielfeld in Länge und Breite bis zu zwei Meter kleiner sein. Das Spielfeld ist von einer schrägen Bande umgeben, die 30 cm hoch ist. An den beiden kürzeren Seiten steht an jedem Ende mittig ein 2×2 Meter großes Tor. Davor ist ein Strafraum. Dieser ist halbkreisförmig und hat einen Radius von zwei Metern.
Der Ball darf nur gespielt werden, wenn beide Hände am Lenkrad und beide Füße an den Pedalen sind. Der Spieler im Tor darf im Strafraum den Ball mit den Händen halten, jedoch nur, wenn er mit beiden Füßen auf den Pedalen steht. Es darf immer nur ein Spieler den eigenen Strafraum verteidigen. Wurde der Ball gefangen, darf er nicht über die 4 Meterlinie geworfen werden. Sobald ein Spieler den Boden berührt oder sich irgendwo anlehnt, ist er nicht mehr spielberechtigt.
Er darf auch nicht hinter das gegnerische Tor fahren. Im Anschluss muss erst die verlängerte Torlinie des eigenen Tors überfahren werden. Erst jetzt ist der Spieler wieder spielberechtigt und darf in das Spiel eingreifen. Wird diese Regel missachtet, führt es unweigerlich zu einem Freistoß. Im eigenen 4 Meterraum wird dieser Strafstoß ausgeführt. Grobe Fouls führen ebenfalls zu einem Strafstoß. Taucht ein Spieler ohne Ball im gegnerischen Strafraum auf, führt es genauso zum Strafstoß, wie auch wenn zwei gegnerische Spieler zeitgleich im Strafraum auftauchen.
Bei dieser Spielart gibt es einen Spieler, der als Torwart gekennzeichnet sein muss. Es gibt noch zwei zusätzliche Auswechselspieler. Diese Spieler werden fliegend eingewechselt. Die Spielzeit beträgt hier zweimal 15 Minuten. Das Spielfeld ist gleich einem normalen Handballfeld und auch dessen Toren. Der Seitenrand ist wie beim 2er mit einer Bande umgeben.
Der Torhüter darf als einziger Spieler den Ball im Strafraum mit der Hand berühren. Es dürfen sich nur maximal drei Spieler einer Mannschaft im Strafraum befinden. Fouls und Regelwidrigkeiten werden mit einem 7 Meter Strafstoß geahndet. Freistöße werden indirekt ausgeführt.
Die Disziplinen sind so in der Spieldauer und den Regeln leicht unterschiedlich.
Von 1927 bis 1929 fanden im 2er-Radball Europameisterschaften, ab 1930 finden ausschließlich Weltmeisterschaften statt. Bei den Weltmeisterschaften darf immer nur ein Team pro Land antreten. Seit 1972 werden die Teams in zwei Gruppen aufgeteilt. In der Gruppe A spielen dann die sechs besten Teams des Vorjahres, Gruppe B spielen die anderen Teams. Das beste Team von Gruppe B spielt dann noch gegen das letzte Team von Gruppe A um den Einzug in Team A im nächsten Jahr.
Radball wird mit einem besonders modifizierten Radball-Rad gespielt. Die Felgengröße beträgt 22, 24 oder 26 Zoll. Besonders stechen die starre Nabe und die waagerechte Sattelstütze hervor. Durch die starre Übersetzung ist sowohl Vor- als auch Rückwärtsfahren möglich. So ist auch das Stehen auf dem Fahrrad im Tor möglich. Der Lenker ist geformt wie ein U. Je nach Hersteller kostet ein Rad um die 2000 €.
Es gibt außer der Weltmeisterschaft auch nationale Veranstaltungen, auf denen die Vereine gegeneinander antreten. Die organisierten Ligen treffen sich und treten gegeneinander an.