Lucien Aimar – Der überraschende Tour de France Gewinner 1966

Lucien Aimar ist ein französischer Radrennfahrer, dessen große Stunde in seiner Karriere als Radsportler im Jahr 1966 schlug. Als Außenseiter an den Start gegangen, gewann er mit etwas mehr als 1 Minute Vorsprung die Tour de France 1966 vor Jan Janssen und dem großen Favoriten Raymond Poulidor.

Auch nach seinem Erfolg bei der Tour de France 1966 konnte sich der Franzose regelmäßig in den Top-10 der Gesamtwertung platzieren.

Erste erfolgreiche Amateurlaufen

Erstmals als aufstrebender Radrennfahrer trat der Franzose Lucien Aimar Anfang der 60er Jahre in Erscheinung. Im Jahr 1963 gewann er als Amateur die Route de France.

Nur ein Jahr später gelang ihm mit dem 2. Platz bei der Tour de l’Avenir sein bis dahin größter Erfolg. Dabei hätte es auch zum Sieg bei der Tour de France für Amateure reichen können. Durch einen Faustschlag gegen den belgischen Radrennfahrer Spruyt erhielt Aimar eine Zeitstrafe von 1 Minute. Ohne die Zeitstrafe wäre der Franzose im Gesamtklassement vor dem Italiener Felice Gimondi gelegen.

Doch auch mit seinem zweiten Platz machte Lucien Aimar den Profirennstall Ford-France auf sich aufmerksam. 1965 unterschrieb er dort seinen ersten Profivertrag.

Meilensteine der Profikarriere

Bereits im Jahr 1965 war Lucien Aimar im Ford-France Team für die Tour de France aufgestellt. Doch aufgrund eines Schwächeanfalls musste der französische Radprofi aufgeben.

Das Highlight der Karriere 1966

Ein Jahr später bedeutete die Tour de France das Highlight seiner Karriere. 1966 stand die Tour de France im Zeichen des Duells seines Teamkollegen Jacques Anquetil und Raymond Poulidor. Doch es sollte anders kommen. Auf der 17. Etappe nutzte Lucien Aimar die Gunst der Stunde und attackierte auf der Abfahrt von La Colletta.

An jenem Tag schlüpfte der Profi des Ford-France Rennstalls in das Gelbe Trikot. Die beiden Jacques Anquetil und Raymond Poulidor hatten sich zu sehr aufeinander fokussiert. Bei der 19. Etappe musste sein Teamkollege Jacques Anquetil aufgrund starker Bronchitis aufgeben.

Bis zum Schluss der Tour de France 1966 gab Aimar das Trikot des Gesamtführenden nicht mehr ab. Der junge französische Radprofi galt somit als Überraschungssieger des bedeutendsten Radrennen der Welt.

Weitere Siege

An den Erfolg von 1966 konnte der Franzose nicht mehr anschließen. Zwar platzierte sich Aimar auch in den folgenden Jahren mehrmals unter den Top-10 des Gesamtklassements der Tour de France, ein weiterer Sieg blieb ihm jedoch verwehrt.

Auch bei anderen großen Rundfahrten wie dem Giro d’Italia oder der Vuelta a España konnte Lucien Aimar keine großen Triumphe feiern. Beim Giro d’Italia 1967 wurde der Franzose in der Gesamtwertung 7.

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1967 gab es noch Siege bei der französischen Landesmeisterschaft und beim Radrennen Vier Tage von Dünkirchen. Ein Jahr darauf gewann Aimar erneut die französische Meisterschaft.

Dies waren jedoch die einzigen bedeutenden Siege bei Radrennen, die der französische Radprofi bis zu seinem Karriereende im Jahr 1974 verzeichnen konnte.

Lucien Aimar Rennteams

  • 1965 bis 1966: Ford France
  • 1967 bis 1969: Bic
  • 1979 bis 1971: Sonolor
  • 1972: Rokado
  • 1973: De Kova

Fehlende Anerkennung

Er wusste, zu welchem Zeitpunkt es sinnvoll war, eine Attacke anzusetzen. Das brachte ihm letztendlich auch den Sieg bei der Tour de France 1966 ein.

Zudem galt der Franzose als besonnener Fahrer. Er war medienscheu, was dazu führte, das Lucien Aimar trotz des Sieges bei der Tour de France 1966 nicht besonders populär war beziehungsweise nicht die Anerkennung bekam, die er sich verdient hätte.

Die fehlende Popularität war jedoch auch auf die fehlenden Erfolge der darauffolgenden Jahre zurückzuführen. Zwar konnte sich Lucien Aimar mehrmals bei allen drei großen Rundfahrten unter den Top 10 platzieren, einen erneuten großen Sieg nach 1966 konnte er jedoch nicht verbuchen. Dennoch ging der Franzose mit seinem Sieg bei der Tour 1966 in die Geschichte ein.

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