Joop Zoetemelk – der erfolgreichste niederländische Radrennfahrer

Hendrik Gerardus Joseph Zoetemelk besser bekannt als Joop Zoetemelk wurde im Dezember 1946 geboren. Er gilt als der erfolgreichste niederländische Radrennfahrer.

Insgesamt 16 Mal nahm er an der Tour de France teil und konnte das Rennen einmal gewinnen. Zudem siegte er bei der Vuelta und konnte sich einmal nach dem Erfolg bei der Weltmeisterschaft 1985 das Regenbogentrikot überstreifen.

Der Weg zum Radprofi

Zoetemelk wuchs in Rijpwetering in der Nähe der Stadt Leiden auf. Seine Eltern Maria und Gerard Zoetemelk werden als wohlbehütend beschrieben. Zunächst begann er als Zimmermann zu arbeiten. Parallel dazu verbuchte er Erfolge beim Eisschnellauf.

1964 widmete er sich dem Radsport und startete für den Radverein Leiden. Bereits in seiner ersten Jugendsaison gewann er etliche Rennen. Als Amateur untermauerte er mit Siegen bei der die Jugoslawien-Rundfahrt, den Circuit des Mines, und der Österreich-Rundfahrt seine Ambitionen.

Seinen Durchbruch und der Weg ins Profilager gelang ihm mit dem Sieg bei der prestigeträchtigen Tour de l’Avenir.

Die Stationen seiner Karriere

Team Flandria-Mars

Er unterschrieb 1970 beim Team Flandria-Mars den ersten Profivertrag. Bereits im ersten Jahr als Profi konnte er die Tour de France als Zweiter beenden. Bis zu seinem Karriereende sollte ihm dieses noch fünf weitere Male gelingen.

Team Gitane-Frigécrème

1973 folgte der Wechsel zu Gitane-Frigécrème. Beim französischen Team gewann er 1974 erstmals Paris – Nizza und die Romandie-Rundfahrt.

Team Gan-Mercier-Hutchinson

1975 folgte der Wechsel zu einem der traditionsreichen Rennteams Namens Gan–Mercier–Hutchinson. Unvergessen bleibt hier sein Sieg 1976 auf einer Tour-Etappe nach Alp d’Huez. Er und Lucien van Impe distanzierten das restliche Feld und lieferten sich einen heißen Kampf.

1977 blieb er hinter den Erwartungen zurück und kam bei der Tour auf den achten Rang.

Zwei Jahre später gewann er die Spanien-Rundfahrt.

Team TI-Raleigh-Creda

1980 wechselte er zu TI-Raleigh-Creda und konnte im Sommer erstmals die Tour gewinnen.

Mercier-Team

1982 ging er zurück zum Mercier-Team und konnte 1985 im Alter von 38 Jahren den Weltmeistertitel gewinnen.

Neben dem Erfolg bei der Tour der France war der Gewinn des Regenbogentrikots eines seiner größten Siege. Zudem gelang ihm 1985 der Erfolg bei Tirreno-Adriatico. Zum Ende seiner Karriere gewann er 1987 das Amstel Gold Race.

Sportler des Jahres

Während seiner Karriere wurde er in den Niederlanden zwei Mal zum Sportler des Jahres gewählt. Zudem erhielt er von der niederländischen Königin den Orden von Oranien-Nassau, der vergleichbar mit dem Bundesverdienstkreuz in Deutschland ist.

Ewig Zweiter

Trotz seines Sieges bei der Tour de France 1980, zehn Etappenerfolgen, 22 Tage im gelbem Trikot und 62.885 Kilometern wird Zoetemelk immer wieder als ewig Zweiter bei der Frankreich-Rundfahrt gesehen.

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Dem Niederländer wurde zum Verhängnis, dass er im Fahrerfeld mit Eddy Merckx einen schier unbezwingbaren Gegner hatte. Fünf Mal gewann der Belgier in den 70er Jahren die Tour und stiehl Zoetemelk die Show.

Privatleben

Ihm wurde über die Jahre eine schüchterne Art unterstellt. Von der Öffentlichkeit zog er sich weitgehend zurück.

Im Nachhinein war diese Vorgehensweise ein Selbstschutz. Seine Frau war bereits ab 1971 dem Alkohol verfallen. Sie drohte ihm, dass er im Falle einer Scheidung die Kinder zu sich nimmt. 2008 starb Zoetemelks Frau. Erst 2011 kam mit einer Biografie Licht ins dieses dunkle Kapitel.

Schwerer Sturz

Als Radrennfahrer krachte er 1974 bei der Midi Libre gegen ein parkendes Auto. Erst bei der zweiten Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um einen doppelten Schädelbasisbruch handelt. Lange blieb unklar, ob er diesen Sturz überleben wird. Es dauerte acht Monate, bis er wieder auf dem Rad saß.

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