
Jewgeni Bersin, geb. am 3. Juni 1970 in Wyborg, Russland, war in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein Radrennsportler, der seine Karriere 2001 nach einem erfolgreichen Leben als Profisportler beendete.
Jewgeni Bersin besuchte in seiner Jugend die sowjetische Schule für Radrennfahrer in Leningrad. Im Jahr 1988 wurde er zusammen mit Dmitri Neljubin, Alexander Gontschenkow und Waleri Baturo Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung.
Im Anschluss an diesen Sieg wurde er – erneut in der Mannschaftsverfolgung – sowjetischer Juniorenmeister. Ein Titel, den er sich auch im Jahr darauf bei den Amateuren sichern konnte.
Das Jahr 1990 stellte für Bersin einen vorläufigen Karrierehöhepunkt dar: Bei den Bahn-Weltmeisterschaften konnte er sowohl in der Einer-, als auch in der Mannschaftsverfolgung den Sieg für sich verbuchen. Zudem belegte er den fünften Platz im Punktefahren.
Nach diesen ersten frühen Erfolgen begann Bersin, sich ausgiebig auf den Straßenradsport zu konzentrieren. Er trat in den Moskauer Armee-Sportclub ZSKA ein.
Im Jahre 1993 gewann er das polnische Radrennen Course de la Solidarité Olympique, nachdem er zur italienischen Amateurmannschaft Cuoril gewechselt war.
Der Leiter dieses Teams, Emanuele Bombini, gründete im selben Jahr das Profiradsportteam Mecair-Ballan. Auch Jewgeni Bersin wurde für dieses Team verpflichtet und gehörte ihm bis 1997 an.
Das Jahr 1994 war der Höhepunkt seiner Karriere.
An die Erfolge aus dem Jahr 1994 konnte Bersin in späteren Jahren nicht mehr anknüpfen.
Im Jahr 2001 beendete er seine Sportlerkarriere endgültig.
Wegen seines hohen Hämatokritwertes von über 50, der auch bei anderen Mitgliedern seines Teams festgestellt wurde, kam schnell ein Dopingverdacht auf. Dieser konnte jedoch nie bewiesen werden.
Darüber hinaus entfachte Bersin die eine oder andere Kontroverse aufgrund seines Verhaltens. Seine Äußerung, er hätte den Giro d’Italia 1994 auch „ganz allein“ und „ohne Unterstützung der Mannschaft“ gewonnen, brachte ihm viel Kritik ein. Es kam zum Streit mit seinem Teamkollegen Ugrumov.
Diese Fehde fand ihren Höhepunkt beim Giro d’Italia 1995, wo die beiden sich gegenseitig attackierten anstatt den Gesamtführenden Toni Rominger.
Bersin versuchte aus dem Team auszusteigen, obwohl sein Vertrag noch bis Ende 1996 laufen sollte. Einen Rechtsstreit zu diesem Sachverhalt verlor er.
Nachdem er sich 2001 endgültig aus dem Profiradsport zurückgezogen hatte, eröffnete Bersin in Italien einen Autohandel. In seiner Wahlheimat Broni richtet er einmal im Jahr das Criterium Internazionale di Broni aus.