
Als zweimaliger Gewinner der Tour de France und dreimaliger Gewinner des Giro d’Italia war Gino Bartali einer der größten Radsportler, die Italien je hervorbrachte. Dabei musste die italienische Radsportlegende während des Zweiten Weltkrieges mehrere Jahre pausieren.
Experten wie Fans vermuten, dass der Italiener ohne die Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg wesentlich mehr große Siege hätte einfahren können.
Bereits in der Schulzeit war das Rad Gino Bartali’s täglicher Begleiter. An Schultagen legte der Italiener von seinem Heimatort Ponte a Ema bis nach Florenz täglich rund 3 Kilometer zurück. Dabei trug die hügelige Strecke zu seiner Entwicklung als ausgezeichneten Bergfahrer bei.
Im Alter von 16 Jahren begann der professionelle Werdegang Bartali’s beim Radsportverein Acquila. Neben seiner Tätigkeit als Fahrradschlosser in einem Fahrradladen unweit seines Heimatortes Ponte a Ema trainierte der talentierte Italiener dreimal die Woche. Am Wochenende fanden Juniorenrennen statt. Seine erste offizielle Rennteilnahme fand im Jahr 1931 bei der Coppa Bandino statt. Er belegte den 7. Platz.
Ganz zu Beginn seiner Karriere zeichnete sich noch nicht ab, dass Bartali einmal zu einem der besten Radsportler der Welt aufsteigen würde. Doch bei seiner Entwicklung zeigte die Tendenz stetig nach oben. Im Jahr 1933 wurde Bartali Zweiter bei den Meisterschaften der Amateure.
Ein Jahr darauf belegte er als Dritter erneut einen Podestplatz. Danach ließen auch die ersten Siege nicht lange auf sich warten. Ein beeindruckender Sieg gelang dem italienischen Kletterspezialist bei seinem Heimatrennen Coppa Pezzati, wo er mit einem Vorsprung von mehr als 17 Minuten das Radrennen gewann.
Im Alter von 21 Jahren wurde Gino Bartali zum Radprofi. Er unterschrieb einen Vertrag beim Rennstall Frejus. Mit ausgezeichneten Leistungen beim Klassiker Mailand San Remo und Giro d’Italia war der Italiener rasch in der Welt der besten Radfahrer angekommen.
In seiner ersten Saison als Profi wurde er Landesmeister und sicherte sich den Gesamtsieg bei der Baskenland Rundfahrt. Durch seine Erfolge wurde Bartali auch für andere Rennställe interessant.
1936 wechselte der damals 22-jährige Radrennfahrer zum Rennstall Legnano. Mit Siegen beim Giro d’Italia im Jahr 1936 und 1937 sowie dem Gewinn der Gesamtwertung bei der Tour de France im Jahr 1938 stieg der italienische Kletterer rasch zum Volkshelden auf. Es waren nicht die letzten Erfolge von „Il Pio“, wie er aufgrund seines starken katholischen Glaubens genannt wurde.
Zu den Besonderheiten Gino Bartali’s Karriere gehörten die Duelle mit seinem Landsmann Fausto Coppi. Der Stilist Fausto Coppi machte Ende der 30er-Jahre von sich reden.
1940 wechselte Coppi zum Rennstall Legnano, wo auch der kraftvolle Fahrer Gino Bartali unter Vertrag war. Es war ein Kampf zweier außergewöhnlicher Radsportprofis, die um die führende Position im Team buhlten.
Zunächst konnte sich Bartali mit seinem Sieg beim Giro Lombardia 1940 eindrucksvoll als Nummer 1 behaupten. Diese Rolle gab er jedoch beim Giro d’Italia 1940 ab. Bereits bei der 2. Etappe nahm Coppi dem ehrgeizigen Gino Bartali fünf Minuten ab. Im Verlauf der Rundfahrt vergrößerte Coppi seinen Vorsprung und gewann schließlich den Giro d’Italia.
Durch den Zweiten Weltkrieg wurde das Duell der beiden ungleichen aber erfolgreichen italienischen Fahrer bei Radrennen eingestellt. Bis zum Jahr 1946.
Im ersten Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg schlug Bartali zurück und entschied die Gesamtwertung des Giro d’Italia für sich.
Mit dem Sieg bei der Tour de Suisse im selben Jahr bestätigte Bartali seine Position als Nummer 1 im Team.
Nur 1 Jahr später konnte Coppi den Giro d’Italia gewinnen. Dies gelang ihm in eindrucksvoller Manier. Mit einem Vorsprung von über 26 Minuten vor dem Belgier Schotte entschied Bartali zum zweiten Mal nach 1938 die Tour de France für sich.
Zu den Stärken Bartali’s gehörten seine gute Physis und sein Wille zum Sieg. Im Gegensatz zu Coppi war Bartali kein Stilist. Nur 170 cm groß war Bartali bekannt für seinen kraftvollen Tritt. Vor allem an steilen Bergstücken spielte der zweimalige Tour de France Gewinner seine Überlegenheit aus.