
Germain Derycke – beinahe eine Dekade lang gehörte der belgische Rennfahrer zu den erfolgreichsten Radsportlern seiner Zeit im Bereich Klassiker. Kurz vor seinem 32. Geburtstag beendete er seine aktive Karriere 1961, als er das dritte Jahr in Folge keine bedeutenden Rennsiege mehr einfahren konnte. Noch heute gelten die Erfolge Deryckes als Meilensteine des Radsports.
Das erste professionelle Team, dem Germain Derycke beitrat, war das belgische Groene Leeuw, unter dem er 1950 beim National Championship in Brüssel sowie bei einem unabhängigen Rennen in Bierbeek und dem Ronde van België teilnahm.
1951 fuhr er für das französische Team Alcyon Dunlop und wechselte im selben Jahr zurück zu Groene Leeuw und ebenfalls 1951 zum französischen La Française Dunlop. In den Jahren 1952 bis 1955 radelte er wieder für Alcyon Dunlop, mit einer Unterbrechung im Jahr 1953, in dem er auch für das italienische Team Welter Ursus fuhr.
1956 wechselte Derycke zum belgischen Rizla + und im selben Jahr zu Faema Guerra, für das er auch im darauffolgenden Jahr aufs Rad stieg. 1958 und 1959 gehörte er zum italienischen Team Carpano und wechselte 1960 zum schweizerischen Alpa. Ebenfalls 1960 war er Mitglied des französischen Rennteams Liberia Grammont und in seinem letzten Jahr als aktiver Sportler beim italienischen Baratti Milano.
Als einer der erfolgreichsten Rennfahrer seiner Zeit hat Germain Derycke zahlreiche Siege errungen.
Die erste Goldmedaille holte er sich am 28.08.1949 beim Straßenrennen im belgischen Fichte, nachdem er in seinen beiden ersten Profirennen den zweiten und dritten Rang erlangte. 1950 siegte er bei der Nationalmeisterschaft in Brüssel und 1951 sowohl beim Knokke-Heist in Belgien und bei der Tour de France in der 23. Etappe in Frankreich, wo er 197 km von der Schweiz bis nach Dijon in 6 Stunden, 11 Minuten und 32 Sekunden zurücklegte.
1952 sicherte er sich ganze fünf erste Plätze, die ersten beiden in Algerien bei der Tour d’Afrique du Nord, den dritten Sieg in Brüssel beim Ingooigem, den vierten beim Madison im belgischen Zwartberg und den fünften beim Straßenrennen in Wervik.
Diesen Erfolg konnte er im Jahr 1953 mit insgesamt acht Siegen noch weiter steigern, indem er im französischen Hautmont gewann und zwei Mal bei der in Algerien stattfindenden Tour d’Afrique du Nord, wodurch er sich auch den Gesamtsieg des Wettbewerbs sicherte.
Danach gewann er das Straßenrennen in Roubaix in Frankreich, sowie zwei Etappen der Tour du Maroc in Marokko. Seinen letzten Sieg des Jahres holte er sich im belgischen Anzegem.
1954 belegte Germain Derycke fünf Mal den ersten Platz. Er gewann die erste und die zweite Etappe des belgischen Dwars door Vlaanderen und sicherte sich den ersten Platz in der Gesamtwertung dieses Straßenrennens.
Später gewann er die erste Etappe der Driedaagse van Antwerpen. Sein letzter Sieg des Jahres war beim Flèche Wallonne in Liege, wo er eine Strecke von 220 km in unter 6 Stunden und 36 Minuten zurücklegte.
1955 siegte er beim Straßenrennen von Milano nach San Remo in Italien und wurde erster bei der Driedaagse van Antwerpen in Belgien. Ebenfalls in Belgien holte er sich jeweils Gold in Soignies und Namur.
Ganze elf Mal konnte er 1956 erste Plätze erzielen: in der ersten und zweiten Etappe beim Paris Nice, in der zweiten Etappe bei der Driedaagse van Antwerpen und bei den belgischen Radrennen in Meulebeke, Knokke-Heist, Deinze, Koksijde, Poperinge, Bracquegnies, Ertvelde und Desselgem.
Im Jahr 1957 holte Derycke sieben Mal die Goldmedaille. Die erste gewann er in seinem Geburtsort Bellegem, die zweite in Bern bei der Schweizer Rundfahrt, die dritte im französischen La Clayette, die vierte im belgischen Landen, die fünfte in Liege und die sechste bei der Tre Valli Varesine in Italien. Seinen siebten ersten Platz erzielte er in Anzegem.
1958 markiert das letzte Jahr, in dem Germain Derycke erste Plätze erreichte. Seine Siege waren beim Grand Prix in Monaco, in der vierten Etappe beim Giro di Sardegna in Italien und sein letzter am 30. März bei der Ronde van Vlaanderen in seiner Heimat Belgien, wo er 230 km in 6 Stunden und 7 Minuten schaffte und damit vor seinem Kontrahenten Willy Truye ins Ziel kam.