Franzose Gérard Saint – die Spinne mit dem einzigartigen Fahrstil

Gérard Saint, beziehungsweise gebürtig Gérard Serge Léon Liard war ein französischer Radrennfahrer und schon zu Beginn seiner Karriere ein vielversprechendes Talent.

Er ist am 11. Juli 1935 in Argentat geboren und am 16. März 1960 mit 24 Jahren in Le Mans infolge eines tödlichen Autounfalls gestorben. Bei dem Versuch einem Motorradfahrer auszuweichen, ist er mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren und ums Leben gekommen.

Mittlerweile trägt sogar das Stadion seiner Heimatstadt in Argentat seinen Namen. Zu der Zeit seines Erfolges befand sich Frankreich im Algerienkrieg, sodass auch Gérard Saint zum Zeitpunkt seines Unfalls die Uniform des französischen Militärs trug.

Biographie

Der französische Radrennfahrer stammt aus bescheidenden Verhältnissen und er versuchte durch das Ausüben des Radsports, sich aus seinen ärmlichen Verhältnissen zu befreien. Er verkörpert das Bild des kleinen Landarbeiters, der sich innerhalb weniger Jahre zu einem aufsteigenden Stern des Radsports hocharbeitet und somit den Traum vieler realisiert, in der Nachkriegszeit sozial aufsteigen zu können.

Sein etwas jüngerer Bruder Jacque war eine wichtige Bezugsperson für ihn und häufig sein Trainingspartner. Mit 16 Jahren unterschrieb er seinen ersten Amateurvertrag beim VS Trunois, bis er 1952 zum argentinischen VC wechselte und mit dem Club seiner Heimatstadt in der Saison 1953 zahlreiche Siege holte.

Beginn der Karriere

Als Amateur gewann Saint bereits den Grand Prix du Cycle in Caen und wurde zweiter beim Grand Prix de France.

1955 startet der Beginn seiner Profikarriere. Zwar wählte ihn das Normandie-Komitee ursprünglich nicht als Mitglied des Teams für die Route de France aus. Dennoch konnte Gérard Saint als Ersatzfahrer für einen verletzen Sportler einspringen und glänzte das gesamte Rennen, sodass er letztlich sogar Gesamtzweiter wurde und zusätzlich die zweite und achte Etappe gewinnen konnte.

Darauf folgt die Tour de la Manche, die ihm zu seiner Profikarriere verhalf, da bei diesem Rennen Amateure, Profis und Unabhängige zusammentrafen. Der Sportdirektor von Saint-Raphael Geminiani warf dementsprechend schon bei diesem Rennen einen Blick auf den Sportler, durch den Sieg beim Grand Prix de France 1955 konnte Gérard Saint allerdings endgültig von sich überzeugen, sodass der Sportdirektor ihm einen Profivertrag für die Saison 1956 angeboten hat.

Siege als Profisportler

Seit dem Vertrag mit dem Sportdirektor kann Saint auch unter den Profisportlern einige Siege feiern:

  • 1957: Sieg bei der Luxemburg-Rundfahrt, die ihm seinen ersten Profisieg bei einem Etappenrennen einbrachte und Sieg der Circuit des Trois Provinces
  • 1958: Sieger der Circuit de l’Aulne
  • 1959: Gewinner der Manche-Océan und des Grand Prix d’Alger mit Roger Rivière und Raphaël Géminiani, sowie Gewinner der Château-Chinon und dem Prix Cavigal in Nantes – Vierzigster bei den Weltmeisterschaften – Sechster bei den französischen Meisterschaften
  • Zudem wurde er 1959 Zweiter bei der Tour Paris-Nizza und Neunter in der Gesamtwertung bei der Tour de France, bei der er zusätzlich noch die Auszeichnung als kämpferischster Fahrer erhielt.

Sein einzigartiger Fahrstil

Gérard Saint trug den Spitznamen „Spinne“, was auf seinen Körperbau zurückzuführen ist, denn er war mit sagenhaften 192 Zentimetern gerade einmal 72 Kilogramm schwer.

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Durch seine kräftige Beinmuskulatur hatte Gérard Saint eine sehr weit nach vorne gerichtete Position und war einer der wenigen Radrennfahrer, der die Beine nach vorne bewegte. Sein Rücken war nahezu komplett flach und Jean Bobet, ebenfalls ein ehemaliger französischer Radrennfahrer, schrieb über seinen Fahrstil, dass Saint selbst mit voller Geschwindigkeit ein Glas Wasser auf seinem Rücken transportieren könnte und noch immer kein Tropfen Wasser verlieren würde.

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