
Eros Poli war ein italienischer Radfahrer, der erst spät ins Profilager wechselte, dort aber nicht mehr an die großen Erfolge als Amateur anknüpfen konnte. Sein Spitzname war „Beau Eros“ aufgrund seines guten Aussehens.
Für deutsche Radsportfans trat Poli erstmals 1984 in Erscheinung, als er bei der Friedensfahrt startete und dort einen 43. Platz erzielte.
Eros Poli war so lange wie kein anderer Fahrer im Kader des italienischen Straßenvierers: von 1983 bis 1987 war er dabei und die Erfolge gaben ihm Recht.
Der Wechsel ins Profilager erfolgte erst im Alter von 28 Jahren, 1991. Allerdings gelang es ihm nicht, an die Erfolge im Straßenvierer anzuknüpfen. Er wurde Wasserträger, dessen Karriere im Schatten der großen Fahrer verlief.
Sein erstes Team war Del Tongo-MG Boys, bei der auch Maurizio Fondriest, Mario Cipolini und Rolf Götz unter Vertrag standen. Die bekanntesten Teams in seiner Karriere waren Saeco und Mercatone Uno. In beiden spielte er eine wichtige Rolle während der Rundfahrten.
So ein Tag war der 17. Juli 1994. Die 15. Etappe der Tour war die zweitlängste und führte von Montpellier über den Mont Ventoux nach Carpentras. Es war der Tag des Eros Poli, der damals für das Team Mercatone Uno fuhr.
Bei dieser Tour gab Marco Pantani sein eindrucksvolles Debüt: er wurde auf Anhieb Dritter, Zweiter in der Bergwertung sowie Sieger als Jungprofi. Poli nahm allen Mut zusammen und fuhr los. Zwischenzeitlich hatte er über 20 Minuten auf das Hauptfeld. Er war allein am Mont Ventoux und im Ziel hatte er noch knapp zwei Minuten. Bei großer Hitze fuhr er 170 Kilometer allein.
Pole sagte danach: „Es war der größte Tag in meinem Leben. Es war ein Traum, und ich konnte ihn mir erfüllen.“
Mit dieser Leistung wurde er in Paris als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet. Im Gesamtklassement wurde er Drittletzter.
Er trat nur einmal in Erscheinung als Profi und Etappensieger, dennoch fuhr er noch einige andere große Rundfahrten mit, nicht zuletzt den Giro d’Italia.
Sein Stil wurde anerkennend als Busfahrer bezeichnet, da er es schaffte, an schwierigen Anstiegen, alle Fahrer in der Gruppe über den Berg zu ziehen.