
Das heiße Urlaubsland Spanien steht im Volksmund für Sonne, Siesta und Urlaubsfeeling pur. Wenn man an den Sport denkt, so fallen einem sofort unzählige spanische Fußballer und Fußballmannschaften ein.
Weniger bekannt ist das südeuropäische Land für seine Leistungen im Radrennsport, das allerdings zu Unrecht, wie das Beispiel von Enrique Martinez Heredia spektakulär zeigt.
Geboren am 27. Januar 1953 im kleinen Örtchen Huesas, gelegen auf den kanarischen Inseln, zeigte sich schon bald das Talent des Spaniers zum Rennradfahren. Als Kind liebender Eltern aufgewachsen, war er bereits als junger Mann erfolgreich bei Wettkämpfen auf den Kanaren, aber auch in spanischen Wettkämpfen.
So gewinnt er bereits als Jugendlicher mehrere Wettkämpfe in seiner Heimat, was ihm erstmals etwas Ruhm und Aufmerksamkeit von größeren, bekannteren Radfahrteams einbrachte. Diese sportlichen Erfolge waren nur durch beharrliches Training und hohe Disziplin möglich gemacht worden.
Aufgrund dieser Leistungen begann er seine Karriere als Amateur 1973 mit dem Gewinn der berühmten Vuelta a Navarra, sowie im Jahr darauf mit dem Sieg in der Tour de l’Avenir.
1975 erfolgte der erste Höhepunkt in der Karriere als Rennradfahrer. In diesem Jahr gewann Enrique Martinez Heredia sowohl die Internationale Friedensfahrt, als auch das Trikot als bester Bergfahrer, bevor er sich im Gesamtsegment der Fahrt auf Platz 47 durchsetzen konnte.
1976 wechselte Martinez zum internationalen Team KAS – Campagnolo, womit seine achtjährige Karriere als Profifahrer begann.
Gleich in seinem ersten Jahr als Profi, 1976, gelang ihm ein Erfolg bei der Tour de France. Hier holte er sich als erster Spanier überhaupt die Nachwuchswertung und sicherte sich damit einen Platz in der sportlichen Historie seines Landes.
Zudem gewann er damit auch das prestigereiche „Weiße Trikot“ dieses Turniers. Auffallend waren seine Ausdauer und Disziplin, durch die er sich weitere Erfolge im internationalen Radsport sichern konnte.
1977 erreichte er durch seine Beharrlichkeit während der Tour de France einen sehr guten 18. Platz, was gleichzeitig auch den Höhepunkt seiner Leistungen während dieses Turniers darstellte.
Im Jahr darauf, 1978, erreichte er den 8. Platz während der Vuelta a Espana, wobei er im folgenden Jahr leider auf den 39. Platz zurückfiel.
Ab 1980 folgte eine Zeit der jährlich wechselnden Teams für das Ass von den Kanaren. Zuerst wechselte Martinez 1980 zum Team TEKA, 1981 zum Team CR – Colchon, 1982 zum Team Kelme, 1983 zu Hueso Chocolates und schließlich 1984 zum Team Hueso. Hier beendete er 1984 auch seine Karriere als Radfahrprofi.
1981 und 1982 waren nochmals herausragende Jahre für den sportlichen Rennradler von den Kanaren. 1981 erzielte er einen sehr respektablen 17. Platz bei der Vuelta e Espana. Im Jahr darauf verbesserte sich Martinez erneut und errang den 11. Platz bei dem berühmten spanischen Rennen.
Im letzten Jahr vor seinem Ausscheiden aus dem Rennradsport, 1983, fiel er allerdings auf Platz 42 zurück, was zu seiner Entscheidung, das Radfahren als Profi aufzugeben, beigetragen hat.
1984 beendete er seine Profikarriere als Mitglied des Teams Hueso endgültig. Auch Bitten und Überredungsversuche von Teamkollegen, Fans und Freunden konnten Martinez nicht dazu bewegen, noch einmal weiterzumachen.
Nach dem Ende seiner Karriere als Rennradfahrer entschied sich Enrique Martinez Heredia allerdings dazu, nicht vollkommen das Fahrrad abzugeben. Er gründete ein Radsportgeschäft, das er lange Jahre erfolgreich führte, und blieb somit dem von ihm geliebten Sport über weitere, lange Jahre hinweg treu verbunden.