Rennfahrerkarriere des Désiré Letort – eine Kämpfernatur aus Bretagne

Radrennen waren seine Leidenschaft, je schneller, desto besser! Allerdings lässt sein Werdegang auch heute noch einige Fragen offen. Désiré Letort war das, was man einen Rennsport-Enthusiasten nennt – er lebte für seine Karriere, Rennteams und natürlich, die Siege.

Immer besonders kämpferisch eingestellt – übrigens ein Prädikat, das er sich auf der Tour de France 1967 „verdiente“ – glich sein Leben dem eines Getriebenen.

Wenig private Tatsachen

Detaillierte Angaben über Karriere, Vorlieben und Abneigungen dieses Radrennfahrers sind spärlich gesät. Man gewinnt fast den Eindruck, dass Letort Zeit seines Lebens kein Freund der sogenannten Yellow Press war, so dürftig sind die Informationen, die heute noch über ihn existieren und abrufbar sind.

Letort definierte sich über Siege, die jedoch so manches Mal von den Siegesplänen anderer Rennteams durchkreuzt wurden. Aber der chronologischen Reihenfolge nach.

8 Profijahre mit Höhen und Tiefen

Désiré Letort, ein ehemaliger französischer Profi-Radrennfahrer, wurde am 29. Januar 1943 in Bourseul, einer französischen Gemeinde in der Region Bretagne geboren.

Seine Rennsport-Karriere dauerte von 1965 bis 1973, acht Jahre, in denen er die Höhen und Tiefen dieses Sports deutlich zu spüren bekam.

Den größten Erfolg seiner Karriere feierte er mit dem vierten Platz in der Gesamtwertung der legendären Tour de France im Jahre 1967. Diese Tour war es auch, die ihm – wie bereits kurz erwähnt – die Beurteilung als kämpferischster Fahrer einbrachte.

Erfolge 1963 – 1964

Im Jahre 1963 wurde Désiré Letort französischer Militärmeister in der Disziplin Einerverfolgung. Ab den Jahren 1963 und 1964 folgte dann bei der Tour de l’Avenir der Titel eines französischen Meisters in der Mannschaftsverfolgung auf der Bahn.

Siegespotential 1966 -1967

Und auch das Jahr 1966 hatte Siegerpotenzial – Letort gewann das Radrennen Paris-Camembert. Bereits im Folgejahr 1967 erfolgte der Sieg in der französischen Meisterschaft im Straßenrennen – ein Sieg, der ihn teuer zu stehen kam und an den er sicherlich noch lange dachte, denn Letort wurde wegen Dopings nachträglich disqualifiziert.

1968 – Dopingverdacht und negative Schlagzeilen

Apropos Doping – Beobachter der damaligen Szenerie, der nationalen Straßenmeisterschaft 1967, war Lucien Aimar, auch ein französischer Radrennfahrer, der 1966 die Tour de France und im Jahre 1968 die nationale Straßenmeisterschaft für sich entscheiden konnte.

Bei der nationalen Straßenmeisterschaft in Felletin in the Creuse wurde Aimar Zweiter, gleich hinter Désiré Letort, dem „Dopingsünder“.

Aber weder der Name Désiré Letort, noch der Name Lucien Aimar verschwand aus den Schlagzeilen. 1968 „sammelte“ Aimar sowohl das blaue als auch das weiße und rote Trikot eines nationalen Meisters ein, das er im Jahre 1967 nicht tragen wollte. Der Grund war die Solidarität mit seinem Team-Kollegen Letort.

Anzeige

Das schwierige Jahr 1969 für Lucien Aimar

Im Jahr darauf, also 1969, hatte auch Aimar enorme Probleme, eine gute Form zu finden. Ein Jahr übrigens, in dem auch ihm durch eine einmonatige Dopingsperre der Start in die Vuelta a Espana verweigert wurde.

Und noch ein Tiefschlag traf ihn, er verlor sein Trikot eines nationalen Meisters ausgerechnet an Désiré Letort. Was folgte, war eine katastrophale Tour de France, die für Lucien Aimar schließlich mit dem 30. Platz endete! Aber, es musste weitergehen.

Tour de France 1969 – das gelbe Trikot für Désiré Letort

Die Austragung der Tour de France im Jahre 1969 brachte Letort einen großen persönlichen und sportlichen Erfolg – er durfte für einen Tag das gelbe Trikot – frz. maillot jaune – für sich in Anspruch nehmen.

Es ist natürlich heute kaum nachzuvollziehen, was das wohl für ein Glücksgefühl für ihn war – dieses Wertungstrikot, mit dem bei der Tour de France der jeweils führende Teilnehmer in der Gesamtwertung ausgezeichnet wird, zu tragen. Damals belegte Letort den neunten Rang in der Gesamtwertung.

Übrigens startete er insgesamt achtmal bei der bekannten Tour de France.

1971 – 1972

Im Jahre 1971 folgte die Tour du Haut-Var, und die Vuelta a Espana im Jahre 1972 beendete er mit dem neunten Rang.

Seine Teams

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass er von 1965 bis 1966 für Peugeot-BP-Michelin und 1967 für das Team Bleuets de France fuhr. 1968 gehörte er dem Team Frankreich C an und von 1969 bis 1970 wieder Peugeot-BP-Michelin. Schließlich fuhr Letort von 1971 bis 1972 für das Rennteam BIC.

Eine Kämpfernatur

Désiré Letort verstarb am 9. September 2012 in Saint-Malo, einer Hafenstadt in der Bretagne, die im Nordwesten Frankreichs liegt – und sein Name wird sicherlich nicht aus den Annalen der Sportgeschichte verschwinden, denn er war eine Kämpfernatur.

Weiterführende Beiträge