
Denis Menchov war zu Beginn des 21. Jahrhunderts einer der bekanntesten Radrennfahrer. Er wurde 1978 in Orel in der ehemaligen UdSSR geboren. Schon sehr früh in seinem Leben hat er begonnen, Sport zu treiben. Mit elf Jahren spielte er Fußball und kurz darauf war er Skiläufer. Sein Mitschüler Aleksey Afonin nahm ihn eines Tages mit zum Radsport und seither betrieb er diesen Sport mit Leidenschaft. Zu dieser Zeit erlebte der Radsport in der UdSSR seine goldenen Jahre.
Im Jahre 1990 gewann er sein erstes Radrennen in seiner Heimatstadt Orel und fortan wusste er genau, was er werden wollte: Radprofi. Als kurz darauf die russischen Meisterschaften in Orel stattfanden, wurde er von Yuriy Mikhaylovich Dvinin entdeckt, der zu dieser Zeit das Profiteam von ZSKA trainierte.
Ab Mitte der 1990er Jahre begann Menchov sich einen Namen auch außerhalb Russlands zu machen: er gewann einige griechische Klassiker und überzeugte bei der Tour de l’Abitibi mit einer hervorragenden Leistung. Die Tour de l’Altibi ist ein Radrennen speziell für junge Fahrer und Menchov wurde 1995 Zweiter.
Es dauerte dann drei weitere Jahre bis er endgültig entdeckt wurde. Bei der Ronde de l’Isard im Südwesten Frankreichs belegte er den ersten Platz und gewann die Tour von Tarragona im Nordosten Spaniens.
Zwischen 1994 und 1998 war das Siegerpodest bei diesem Rennen fest in russischer Hand: Nicolai Koudriatchev, Sergueï Ivanov, Sergueï Gritchenko, Eduard Gritsoun und Menchov hießen die Sieger.
Seine Profikarriere begann 1999 als er als 19-jähriger einen Ausbildungsvertrag beim spanischen Rennstall Banesto unterzeichnete, damals eines der größten Teams im Radsport, welches zu dieser Zeit allerdings noch im Schatten von Miguel Indurain stand.
Ab 2000 war Menchov dann fest im Profikader des Teams. Der Schritt ins Profileben brachte schon 2001 erste Erfolge, als er beispielsweise beim Critérium du Dauphine libéré einen starken siebten Platz belegte. Ein Jahr darauf gewann er die 2. Etappe desselben Rennens, welche auf den Mont Ventoux führte und ließ dabei Lance Armstrong hinter sich.
Der Durchbruch kam 2003 bei der Tour de France.
Mit seinem neuen Rennstall Rabobank sollte die erfolgreichste Zeit seiner Karriere beginnen.
Im Trikot von Rabobank gelang ihm der erste Sieg bei einer großen Rundfahrt:
Es war der Karrierehöhepunkt für Menchov, danach konnte er nicht mehr an diese Erfolge anknüpfen.
Ebenso wurde seine Karriere von Betrugsvorwürfen überschattet.
Der Wechsel von Rabobank zu Katyusha war sein letzter, bevor 2013 seine Karriere zu Ende war.
Der Radsport war und ist überschattet von Dopingproblemen und Menchov wurde nachträglich von der Tour de France 2010 suspendiert und seine Platzierungen aus den Jahren 2009 und 2012 wurden ebenso annulliert. Ehemalige Teamkollegen wie Michael Rasmussen haben ihn und andere Fahrer des Dopings bezichtigt.
Dieser Schatten wird immer auf Menchov lasten, der als einer der besten russischen Radfahrer nach 1990 zu bezeichnen ist. Seine Sperre lief 2015 aus und es ist ihm nun wieder erlaubt, im Sport aktiv zu sein.
Seit 2019 ist er sportlicher Direktor des russischen Teams Gazprom-RusVelo, gemeinsam mit seinem Landsmann Evgueni Petrov.
Zu Beginn seiner Karriere bevorzugte er hügelige oder gar bergige Touren, später wurde das Zeitfahren seine beliebteste Disziplin. Sein Lieblingsrennen war der Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich und sein Lieblingsberg der Mont Ventoux, der Gigant der Provence. Hier machte er sich als junger Fahrer erstmals einen Namen.
Im Feld der Fahrer galt er als ruhiger Zeitgenosse, die englischen Medien nannten ihn „the silent assassin“, weil er so ruhig war und auch wegen seiner fast schon totalen Abwesenheit in den Medien.