
Erst als Mountainbiker, danach als Straßenradprofi. Bekannt als ruhiger, geduldiger und bodenständiger Typ feierte der Australier Cadel Evans während seiner Radsportkarriere zahlreiche Erfolge. Darunter der Gewinn der Tour de France im Jahr 2011. Nie im Verdacht des Dopings gewesen zu sein, einer der beispielhaftesten Profiradsportler zu Zeiten, wo Doping im Radsport oft ein Thema war.
Im Alter von 16 Jahren begann die eindrucksvolle Karriere des Cadel Evans. Von Apollo Bicycles gesponsert nahm der junge und talentierte Mountainbiker an den australischen Junior National Championships teil. Das Mountainbike-Rennen gewann der Nachwuchsfahrer mit 2:16 Minuten Vorsprung vor Tristian Lovell. Der drittplatzierte Simon Georgeff lag mehr als 5 Minuten zurück. Bereits bei diesem Rennen war das große radfahrerische Talent von Cadel Evans zu erkennen.
Ein Jahr darauf wurde der 17-jährige Evans erneut australischer Meister und nahm erstmals auch bei einer Mountainbike Junioren Weltmeisterschaft teil. Er belegte den 2. Platz. Noch gut an die Jugend von Cadel Evans erinnern kann sich sein damaliger Mountainbike-Trainer und Mentor Damien Grundy.
Grundy arbeitete in einem Fahrradgeschäft in Melbourne, wo Evans hin und wieder vorbeikam. Die folgenden Jahre unterstrich Cadel Evans seine Leistungen und belegte mehrmals bei der Mountainbike-WM die Plätze 2 und 3. In den Jahren 1998 und 1999 wurde der damals junge Australier zum Cross Country Weltcupsieger gekürt.
Zum Straßenradsport kam Cadel Evans im Jahr 1998. Neben dem Gesamtsieg im Cross Country als Mountainbiker sicherte sich der auch später hervorragende Zeitfahrer den Sieg bei der australischen Tasmanien-Rundfahrt.
Diesen Erfolg konnte Cardel Evans im darauffolgenden Jahr wiederholen. Im Jahr 1999 wechselte Cardel Evans zum Profiradsportteam Saeco, um sich mit der Weltelite des Straßenradsports zu messen. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.
2001 gewann der ausgezeichnete Klassementfahrer die Österreich Rundfahrt sowie die italienische Brixia Tour. Im darauffolgenden Jahr fuhr Evans für das Team Mapei und schaffte es erstmals bei einer großen Tour (Giro Giro d’Italia) sich das rosa Trikot des Gesamtführenden überzustreifen. Für den Gesamtsieg reichte es jedoch nicht.
Der Wechsel im Jahr 2003 zum deutschen T-Mobile Team werden Cadel Evans und seinen Fans wohl negativ in Erinnerung bleiben. Nach einigen Verletzungen durfte der Australier nicht bei der Tour de France antreten.
Der größte Erfolg war der erneute Gewinn der Österreich Rundfahrt 2004.
Erst im Jahr 2005 mit dem Wechsel zum Silence-Lotto Team kam der Australier wieder langsam auf Touren. Etwa dem Etappensieg bei Deutschland-Tour 2005 oder der Gesamtsieg bei der Tour de Romandie im Jahr 2006.
Ebenso für den ehrgeizigen Gewinnertypen eine bittere Niederlage war die Vuelta 2009, wo Evans ohne das technische Missgeschick an seinem Rad und dem schlechten Reparaturservice die Gesamtführung übernommen hätte. Dennoch fuhr der Australier als Straßenradfahr-Weltmeister im Jahr 2009 seinen bis dahin größten Erfolg ein. Evans gewann damals vor Alexander Kolobnijew und Joaquin Rodriguez.
Nachdem es 2007 und 2008 nur für den 2. Platz gereicht hatte, erfüllte sich Cardel Evans 2011 mit dem BMC-Team doch noch seinen Traum vom Sieg bei der Tour de France. Er sicherte sich vor den beiden Luxemburgern Andy Schleck und Frank Schleck den größten Erfolg seiner Karriere. Zwei Jahre darauf konnte Evans als Dritter beim Giro d’Italia nochmals einen großen Triumph feiern.
Im Jahr 2014 trat Cardel Evans im Alter von 37 Jahren als Profiradsportler zurück. Als Markenbotschafter für BMC blieb der Australier dem Radsport aber dennoch treu.
Privat war der Australier von 2005 bis 2015 mit der Italienerin Chiara Passerini verheiratet. Die beiden haben mit Robel Evans und Aidan Lee Evans zwei Söhne, die sich auch für Radsport interessieren.
Ob die beiden je in die Fußstapfen des Vaters treten und eines Tages Radrennen bestreiten werden, ist jedoch nicht gewiss.