Bernard Thévenet – Radsportler Nr. 1 aus den 70er Jahren

Bernard Thévenet war ein französischer Radsportler, der in den 1970er Jahren einmal die Tour de France gewinnen konnte und einmal Zweiter geworden ist. In dieser Zeit war er einer der besten französischen Radprofis.

Wohnort bestimmt die Berufung

Dass er einmal Radsportler werden würde, liegt sicher auch an seinem Wohnort, einem kleinen Flecken namens Le Guidon, was übersetzt (Fahrrad-)Lenker bedeutet.

In der Tat wurde er durch die Tour, die 1961 durch seinen Ort führte, zum Radsport gebracht. Es war die Magie des Augenblicks aber auch die blitzenden Räder der Fahrer. Er selber sagte später, dass es beim Fahren nie magisch war.

Geheime Leidenschaft

Er begann mit dem Radsport und sein erstes Rennen fuhr er heimlich, ohne das Wissen seiner Eltern. Der Trainer wusste den Konflikt zu lösen, indem er die Eltern zum nächsten Rennen einlud, welches Thévenet gewann.

ACBB Radsportclub

1965 und 66 gewann er die Meisterschaft von Burgund und 1968 wurde er französischer Juniorenmeister. Da stand er schon beim ACBB, einem traditionsreichen Radsportclub unter Vertrag. Er sollte damit auf die Karriere als Profi beim Team Peugeot vorbereitet werden.

Team Peugeot

Ab 1970 fuhr er für diese Equipe und fuhr in diesen Farben auch seine größten Erfolge ein. Im selben Jahr feierte er auch seinen Einstand bei der Tour, als er zwei Tage vor Start des Rennens in die Mannschaft aufgenommen wurde und gleich eine Etappe gewann.

  • Es folgten mehrere Etappen in den Jahren 1971-73.
  • Im Gesamtklassement der Tour 1970 wurde er 35; nur 1974, 1977 und 1981 sollte er eine schlechtere Platzierung erreichen:
  • 1974 und 1977 stieg er jeweils aus dem Rennen aus und 1981 wurde er 37.
  • Nach einem Sturz 1972 war er kurzzeitig orientierungslos bevor er sich wieder besann. Er stieg auf sein Rad und nur wenige Tage später gewann er die Etappe auf den Mont Ventoux.

Merckx – sein größter Konkurrent

Die Tour der Jahre zwischen 1969 und 1974 stand ganz im Zeichen des Kannibalen, Eddy Merckx, der die Tour unglaubliche fünf Mal gewinnen konnte.

Dann kam die 1975er Auflage der Tour und alles schien auf einen sechsten Triumph Merckx’ hinauszulaufen. Bis dahin war alles wie in den Vorjahren: Merckx dominierte und trug das Gelbe Trikot.

Am Puy de Dome zeigt Merckx bereits Schwächen und wurde von einem Zuschauer mit der Faust geschlagen. Am Tag drauf am Pra-Loup schlug Thévenet zu und entthronte Merckx. Der Belgier versuchte noch einmal sein Glück, griff an und stürzte. Er gab nie auf, gegen Thévenet hatte er 1975 aber keine Chance.

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Auf den Champs Elysees überreichte der scheidende Präsident Valéry Giscard d’Estaing Bernard Thévenet das Gelbe Trikot des Gesamtsiegers. Wegen dieses Sieges gilt er als der Bezwinger von Eddy Merckx.

Schwächere Leistungen ab 1977

Zwei Jahre später, 1977, dauerte es bis zur 15. Etappe bis er das Gelbe Trikot vom westdeutschen Fahrer Dietrich Thurau übernahm.

Es waren die Karrierehöhepunkte, denn danach begann eine Zeit, die geprägt war von Doping und Verletzungen. Er konnte an die Form nicht mehr anknüpfen, fuhr aber weiterhin große Rennen mit.

Edelhelfer von Bernard Hinault

1978 verhalf er einem weiteren großen französischen Rennfahrer zum Sieg bei der Tour de France: Bernard Hinault. 1979 wechselte er zur spanischen Mannschaft Teka, in deren Trikot er die Sechs von Grenoble gewann.

1981 beendete er seine aktive Karriere im Team von Puch-Wolber-Campagnolo und erzielte einen guten 37. Platz bei der Tour.

Dopingvorwürfe

Gegen Ende seiner Laufbahn war Thévenet in Doping verwickelt, welches auch zu einem Leberleiden führte. Seine Aussagen legten die Tragweite des Dopings im Peloton offen zutage: nahezu alle Spitzenfahrer fuhren gedopt.

Nach der aktiven Zeit

Nach der aktiven Karriere betreute Thévenet bis 1996 mehrere Teams. 1984 das Team von La Redoute, 1986-87 RMO und von 1993 bis 1996 war er französischer Auswahltrainer.

Heute betreibt Thévenet eine Firma für Sportbekleidung.

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