Bahnradsport als Indoor-Radsportdisziplin

Zum Bahnradsort werden alle Radsportarten und Disziplinen gezählt, die auf einer Radrennbahn ausgetragen werden. Eine Radrennbahn hat dabei die Form eines Ovals.

Grundregeln

Gefahren wird stets gegen den Uhrzeigersinn. Die Radbahnen können im Freien oder aber auch in einer Halle, geschützt vor Witterungseinflüssen, angelegt werden. Die sogenannten Indoorbahnen haben einen Fahrbahnbelag aus Holz.

Zu den Außenseiten der Fahrbahn ist diese stark geneigt. Diese Art der Bahnkonstruktion wird als Bahnüberhöhung bezeichnet. So können die Fahrerinnen und Fahrer in den Kurven entschieden höhere Geschwindigkeiten erreichen, als wenn die Fahrbahn durchweg waagerecht verlaufen würde.

Geschichte  der Sportart

Der Ursprung des Bahnradsports geht bis ins Jahr 1893 zurük. In diesem Jahr wurde zum ersten mal eine Radbahnweltmeisterschaft ausgetragen. Zum Programm der Olympischen Sommerspiele zählt der Bahnradsport ebenfalls seit dieser Zeit.

Im Laufe der Jahre etablierten sich zahlreiche Meisterschaften und regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen rund um den Bahnradsport. Auf das interessierte Publikum übt der Bahnradsport eine besondere Faszination und Anziehungskaft aus.

Das liegt nicht zuletzt an dem Umstand, dass die Besucher von Bahnradsportveranstaltungen ihren Platz im Inneren des Bahnovals finden. So sind die Besucher sehr nah am sportlichen Geschehen des Wettkamps.

Hohe Geschwindigkeit auf dem Rad ohne Bremsen

 

Veranstaltungen und Wettbewerbe

Einen besonderen Stellenwert unter den Veranstaltungen und Wettbewerben des Bahnradsports hat das sogenannte Sechstagerennen inne. Dieser Wettbewerb hat schon fast Volksfestcharakter. An den sechs Tagen des Rennens wird Musik gespielt, im Inneren des Ovals werden kulnarische Köstlichkeiten serviert. Tickets für ein solches sportliches Event müssen lange im Vorhinein reserviert und gekauft werden.

Einhaltung der Regeln

Um die Meisterschaften im Bahnradsport für die Sportler fair und vergleichbar zu gestalten, sind Regeln einzuhalten. Diese Regeln legt der Dachverband der nationalen Radsportverbände mit seinem Sitz in der Schweiz fest. So ist beispielsweise die Bauart des Rennrads genau festgelegt. Nur das technisch Notwendige ist zulässig.

Ausrüstung und Räder ohne Bremsen

Auf umfangreiche Ausrüstung des Rennrads müssen Sportlerinnen und Sportler verzichten. Ein Freilauf des Tretlagers ist nicht zulässig. Ebenso ist auf eine Gangschaltung zu verzichten.

Vergeblich sucht man bei einem Bahnradsportrennrad nach Bremsen. Diese Räder haben einfach keine Bremsen. Die Fahrt wird mittells Konterns aus dem Rad genommen. Alleine mit der eigenen Muskelkraft wird das Rad gebremst. Ein weiteres Mittel der Geschwindigkeitsreduzierung ist, den Weg in die höhere Zone der geneigten Fahrbahn einzuschlagen.

Durch die Steigung und den länger zurückzulegenden Weg bremst das Rennrad auf diese Weise sehr schnell ab. Als weitere konstruktive Besonderheit des Bahnrennrads kann das um bis zu vier Zentimeter höher gelegene Tretlager zu sehen sein. Durch diesen konstruktiven Trick soll eine ungewollte Bodenberührung der Pedalen bei durchaus auftretender extremer Schräglage des Rennrads vermieden werden.

Anzeige

Einelverfolgung

 

Auswahl an Einzeldisziplinen

Im Bahradsport geht es nicht nur einfach darum, ein paar Runden auf dem hölzernen Oval gegeneinander zu fahren. Vielmehr haben die Sportlerinnen und Sportler eine große Auswahl an Einzeldisziplinen, in denen sie antreten können. Unterschieden wird im Groben zwischen Ausdauerdisziplinen und Kurzzeitdisziplinen.

Ausdauerdisziplinen

Zu den Ausdauerdisziplinen gehören:

  • Einerverfolgung
  • Mannschaftsverfolgung
  • Punktefahren
  • Ausscheidungsfahren
  • Temporennen

Kurzzeitdisziplinen

Die Kurzzeitdisziplinen gliedern sich in:

  • Sprint
  • Tandemrennen
  • Longest lap und Zeitfahren.

Einzelwettbewerbe

Hinzu kommen Einzelwettbewerbe, in denen zwei Rennfahrerinnen oder Rennfahrer gegeneinander antreten und Manschaftsdisziplinen, bei denen ganze Teams gegeneinander fahren. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Bahnradsport als klassische Indoor-Sportart zu sehen sein kann. Er ist sehr vielseitig und abwechslungsreich.

Aufgrund der zum Teil sehr unterschiedlichen Disziplinen hält der Bahnradsport nicht nur für jeden aktiven Radsportler sein ganz persönliches Betätigungsfeld bereit, sonder auch der radsportinteressierte Zuschauer kann sich aus der Vielzahl der Disziplinen seinen Faforiten auswählen. Damit erfüllt der Bahnradsport auch die Kriterien des Volkssports oder Breitensports.

Bildnachweise:
Bild 1: Bahnradsport. Bild von Kasper Luijsterburg auf Pixabay
Bild 2: Hohe Geschwindigkeit auf dem Rad ohne Bremsen. Bild von Kasper Luijsterburg auf Pixabay
Bild 3: Einelverfolgung. Bild von Alexander Lesnitsky auf Pixabay
Weiterführende Beiträge