Rennräder – schneller unterwegs

Das erste Fahrrad wurde im Jahr 1817 von Baron Karl von Drais in Mannheim erfunden. Die ersten Rennen mit Fahrrädern wurden um 1890 ausgetragen und das Fahrrad entwickelte sich immer mehr zum Rennrad.

Von der Fahrmaschine zum sportiven Rad

Nach der Erfindung des Laufrades im Jahr 1817 dauert es noch etwa fünzig Jahre bis erstmals Pedale an die Räder angebracht wurden. Daraus entstanden die sogennannten Hochräder mit den typischen großen Rädern. Mit dem Hochrad kam auch die Einführung der Klotzbremsen. Ab 1878 wurde der Kettenantrieb entwickelt. Das Ende der Hochräder kam mit der neuartigen Zweigangschaltung. Mit dem Diamantenrahmen 1880 bekam das Fahrrad allmählich seine heute bekannte Form. Die Fahrräder bestanden zur der Zeit aus Eisen und Hohlstahl.

Durch die Anwendung der Stahlrohre verloren die Fahrräder dann deutlich an Gewicht. Der Fahrkomfort wurde ebenfalls gesteigert durch die Erfindung der luftgefüllten Reifen im Jahre 1890 durch die Brüder Michelin. Vorher wurden Eisenräder oder Vollgummireifen verwendet. Die ersten Radrennen brachten Schwung in die Entwicklung der Fahrräder. Mit dem Start der Tour de France 1903 kam es zur Erfindung der neuartigen Felgenbremsen.

Eine signifikante Weiterentwicklung der Schaltungen gab es auch durch die ersten großen Bergetappen am Col du Tourmalet in den Pyrenäen. In seinem Erscheinungsbild blieb das Rennrad dann jahrelang gleich. Dies änderte sich erst mit neuen Werkstoffen wie Aluminium und Karbonverbundstoffen. Sie sind leichter, haltbarer und ermöglichen andere Formen. Beispielsweise werden bei Zeitfahrrädern mittlerweile Dreispeichenräder aus Kabon eingesetzt. Die Lenker der Rennräder sehen mittlerweile ebenfalls komplett anders aus als früher.

Wer heute ein Rennrad betrachtet, sieht also nicht nur ein Sportgerät, sondern ein Stück Technikgeschichte auf zwei Rädern. Genau das macht den Reiz aus: Jede Entwicklung hatte einen ganz praktischen Grund. Weniger Gewicht, mehr Steifigkeit, bessere Aerodynamik oder einfach mehr Kontrolle auf langen Strecken. Und am Ende landet alles bei einer einfachen Frage: Wie schnell, wie effizient und wie angenehm lässt sich damit fahren?

Preise und Hersteller

Preislich beginnen neuwertige Rennräder ab 4.500 €, für ein Profirad muss mit mindestens 10.000 € gerechnet werden. Günstigere Rennräder wie das Fitnessrad beginnen ab 1.000 € bis 1.500 €. Gebrauchte Rennräder gibt es bereits für unter 100 €.

Bekannte Hersteller von Rennräder sind beispielsweise Agresti, Bergamont, BMC, Cannondale, Carver, CCR, Cube, Focus, Ghost, Giant,Koga, KTM, NS Bikes, Radon Bikes, Scott, Specialized, oder Trek.

 

Rennrad Geschichte

 

Design, Rahmen, Fahrverhalten und Komponenten

Rennräder werden vor allen Dingen für sportliche Zwecke und für den Wettkampf eingesetzt. Sie sind wesentlich leichter als normale Fahrräder. So kann damit eine wesentlich höhere Geschwindigkeit erreicht werden.

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Die Lenker sind so geformt, dass sich ein niedrigerer Luftwiderstand ergibt. Die Reifen sind meistens härter aufgepumpt und schmaler. Die Ausstattung ist gegenüber normalen Fahrrädern eher minimalistisch, so dass Gewicht eingespart wird und der Luftwiderstand gesenkt wird.

Im Alltag merkt man diese Unterschiede oft schon nach den ersten Metern. Ein Rennrad reagiert direkter, zieht sauber auf Tempo an und fühlt sich auf glattem Untergrund fast wie verlängert an. Genau deshalb ist die Abstimmung der einzelnen Bauteile so wichtig: Schon kleine Unterschiede bei Reifenbreite, Lenkerform oder Sattelposition verändern das Fahrgefühl deutlich.

Ausstattung

Rennräder verfügen über weniger Teile als herkömmliche Räder, um Gewicht einzusparen und den Luftwiderstand zu reduzieren. Ein Rennrad besteht aus Laufrädern, Rahmen, Schaltung, Bremse, Sattel und weiteren Komponenten.

Die Räder haben meistens einen Durchmesser von 28 Zoll und einen Radstand von 940mm bis 1040mm. Der Rahmen ist aus leichten Materialien wie Aluminium, kohlefaserverstärktem Kunststoff oder Titan gebaut. Die Schaltung kann zum Beispiel über 2 x 11 Gänge verfügen.

Für viele Fahrer ist gerade diese Reduktion der Kern des Rennrads. Nichts wirkt überflüssig, alles folgt einem Zweck. Wer längere Strecken fährt oder regelmäßig trainiert, merkt schnell, dass ein sauber abgestimmtes Setup nicht nur schneller macht, sondern auch Kräfte spart. Das ist auf flachen Abschnitten angenehm, auf Anstiegen aber oft der entscheidende Unterschied.

Varianten

Es gibt vier grundlegende Varianten an Rennrädern: die klassische Bauweise, das Cyclocross, das Gravelbike und das Triathlon-Bike.
Das klassische Rennrad eignet sich vor allen Dingen für befestigte Straßen und Asphalt und ist vielseitig einsetzbar. Für lose Untergründe wie Schlamm, Schneematsch oder Schotter eignet sich vor allen Dingen ein Cyclocross sehr gut. Möchte man ein Rennrad sowohl für festen als auch losen Untergrund haben, so empfiehlt sich ein Gravel-Bike. Die Technik dieser Variante ähnelt der eines Mountainbikes. Speziell für den Wettkampf optimiert ist das Triathlon-Bike. Hier wird ein besonders hoher Wert auf die Aerodynamik der Bauteile gelegt. Es eignet es sich vor allen Dingen für Radrennen auf festem Asphalt.

Gerade bei diesen Varianten zeigt sich, wie breit das Rennrad heute gedacht wird. Wer nur an das klassische Straßenrad denkt, greift zu kurz. Zwischen sportlichem Training, Langstrecke, Schotterpassagen und Zeitfahren liegen heute klare Unterschiede. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auf das tatsächliche Einsatzgebiet.

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Rahmen

Für den Rahmen werden vor allen Dingen zwei Materialien verwendet: Aluminium und Carbon.

  • Aluminium-Rahmen sind sehr stabil und leicht. Sie waren lange Zeit das Material der ersten Wahl für Rennräder. Der Werkstoff ist relativ günstig. Einsteiger- oder Mittelklasse-Modelle bestehen meistens aus Aluminium.
  • Kohlefaserverstärkter Kunststoff hat eine sehr hohe Festigkeit bei sehr geringem Gewicht. Das Material ist wesentlich leichter als Metalle. Allerdings ist der Preis für solche Rennräder höher. Daher sind diese Modelle aus Carbon vor allen Dingen für Profis interessant.

Technologie

Moderne Rennräder sind multifunktionale, agile und tempoversierte„ Kraftpakete“ der Superlative, die mit einer Symbiose aus innovativen Technologien und herausragender Nutzerfreundlichkeit überzeugen. Charakteristisch für die Hightech- Bikes ist ihre leichtgewichtige und fahrstabile Konstruktion, die optimale Wendigkeit und Sicherheit bei technisch anspruchsvollen Fahrmanövern.

Zusätzlich zählen aerodynamische Zeitfahrräder, performancestarke Cyclocrosser sowie mit den Gravelbikes komfortable Geländeräder zu der Kategorie der Rennräder. Hochwertige Modelle verfügen in der Regel über ein verhältnismäßig geringes Eigengewicht von unter jeweils 10 kg, um die Performance nachhaltig anzuheben. Der Rahmen agiert hierbei als einer der wichtigsten Faktoten. Premium- Leichtrad- Rahmen des Produzenten AX Lightness wiegen lediglich 693 g und definieren somit neue Maßstäbe im Bereich der Leichtbau- Rennräder.

Die Bikes enthalten entweder Scheiben- oder Felgenbremsen, die direkt das Gewicht der Modelle beeinflussen. Felgenbremsen glänzen mit ihrem geringen Gewicht und ihrer wartungsarmen Gestaltung. Im Gegensatz zu Scheibenbremsen besitzen sie schwächere Bremseigenschaften bei Nässe. Hydraulische Scheibenbremsen garantieren eine perfekte und gut zu kalkulierende Bremskraft bei sämtlichen Witterungsbedingungen. Der Sattel bestimmt über den Fahrkomfort der Rennräder. Hochwertige Modelle sind an ihrer straffen Polsterung in Kombination mit einer flexiblen Satteldecke erkennbar.

Wer sich intensiver mit der Technik beschäftigt, merkt schnell: Es geht nicht nur um einzelne Werte auf dem Papier. Ein leichtes Rad fährt sich anders als ein steifes, ein komfortorientiertes anders als ein kompromissloses Wettkampfrad. Genau deshalb ist die Frage nach dem eigenen Anspruch so wichtig. Will man lange Touren entspannt fahren, im Training Zeit sparen oder im Rennen jede Sekunde herausholen? Die Antwort darauf entscheidet oft mehr als ein einzelnes Ausstattungsdetail.

Typen

Wettkampf-Bikes

Als Urtypus der modernen Rennräder gelten Race-Bikes, die für den Wettkampfeinsatz bestimmt sind. Charakteristische Merkmale dieser Räder ist ihr leichtes und fahrstabiles Fahrverhalten. Die relativ hohe Positionierung des Sattels fungiert als eines der prägnantesten Erkennungszeichen der Wettkampf- Rennräder. Durch die Konstruktion thront der Sattel über dem Lenker und veranlasst den Piloten eine aerodynamische Sitzposition einzunehmen. Zielgruppe dieser Modelle sind in erster Linie Fahrer, die an Lizenz- und Jedermann- Wettkämpfen teilnehmen möchten.

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Windschnittige Racer

Aero-Bikes sind als die jüngste Evolutionsstufe der Rennräder zu verstehen. Aerodynamische Laufräder, windschnittige Rahmen und systemintegrierte Lenker, Sattelstützen sowie Bremssysteme prägen die Modelle. Aerorenner finden häufig Anwendung im Profisport. Ergänzend eignen sich die Bikes für Rider, die die Aerodynamik ausreizen und das Potential ihrer Räder gänzlich ausschöpfen möchten. Der Richtwert von 2500 € markiert die Untergrenze für gut verarbeitete Aero-Einsteiger-Bikes. Derartige Fabrikate verfügen in der Praxis allerdings über noch keine Aero- Laufräder. Premium- Räder sind mit Kosten im fünfstelligen Sektor belegt.

Allround

Allround-Rennräder füllen die Lücke zwischen Wettkampf-Racern und Aero-Bikes. Sie kombinieren windschnittige Attribute mit einem hohen Fahrkomfort. Konstruiert als Leichtgewichte sind die Räder optimal für Fahrer, die nach einer aufregenden Verbindung von Aero und Race streben.

Leichtbau

Leichtbau- Rennräder spielen mit etablierten Grenzen. Indem Hersteller die konstruktiven Untergrenzen für den Rahmenbau ausloten, kreieren sie Bikes, die weniger als 5 kg wiegen und zu den leichtesten auf dem Markt verfügbaren Bikes gehören. Erstklassige Leichtbau- Racer sind mit Anschaffungskosten von über 10000 € verknüpft.

Zeitfahr-Bikes

Einsatzgebiete der Zeitfahrräder sind Triathlon – und Zeitfahrwettbewerbe. Die Rahmen prägt ihr aerodynamischer Aufbau, der für eine windschnittige Sitzposition vorgesehen ist. Als unverzichtbare Elemente sind in die Räder leistungsstarke Aero- Lenker mitsamt bequemen Auflageflächen für die Unterarme und aerodynamische Laufräder eingearbeitet. Simpel verarbeitete Modelle sind ab durchschnittlich 2500 € erhältlich. Bei Highend- Bikes dieser Kategorie greift keine Preisobergrenze.

Marathonrenner

Marathon-Bikes lassen Wettkampfeigenschaften mit höchstem Fahrkomfort verschmelzen. Sie zeichnen sich durch ihre komfortable, aufrechte Sitzposition aus, die sich zuverlässig von der Anordnung wettkampforientierter Racer abgrenzt. Ein Großteil der Marathonrenner ermöglicht das Anbringen von Reifenprofilen mit jeweils 28 oder 32 cm Durchmesser. Diese Montage geht mit einem hohen Federkomfort einher. D

ie abgestufte Übersetzung der Bikes gewährleistet gute Klettereigenschaften. Aufgrund dieser Aspekte sind die Räder ideal für relativ untrainierte Personen, die steile Geländeprofile komfortabel überwinden möchten.

Die richtige Rahmengröße am Rennrad ermitteln

Rahmengröße eines Rennrades und die individuelle Sitzposition des Fahrers entscheiden unmittelbar über Fahrkomfort und Leistungsfähigkeit. Für die Bestimmung der optimalen Rahmengröße sind die persönlichen Körpermaße wie Schritt- bzw. Innenbeinlänge essentiell. Alternativ kann die Rahmengröße mit Hilfe der Körpergröße ermittelt werden, wobei das Berechnungsmodell via Schrittlänge präzisere Ergebnisse liefert.

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Gerade hier lohnt sich etwas Sorgfalt. Ein Rennrad kann technisch noch so gut sein: Wenn die Größe nicht passt, fühlt sich jede Ausfahrt unnötig anstrengend an. Zu klein, zu groß oder nur knapp daneben – das merkt man oft nicht sofort, aber spätestens nach längerer Zeit im Sattel. Deshalb ist die Rahmengröße kein Nebenthema, sondern ein echter Schlüssel für Fahrfreude.

Berechnungen der Rahmengröße über Körpergröße oder Innenbeinlänge

Die Rahmengröße bezeichnet den Abstand wischen Kurbelmitte und dem Ende des Sattelrohres. Grundsätzlich lassen sich Rennräder durch die Möglichkeit zur flexiblen Justierung von Lenker, Sattel, Sattelstütze und Vorbau bestmöglich an die persönliche Anatomie und die bevorzugte Sitzhaltung anpassen. Wer mit einer überdurchschnittlichen Agilität unterwegs sein möchte, sollte in der Regel eine kleinere Rahmengröße auswählen.

Analog büßt derjenige, der mit einer zu großem Rennrad-Rahmengröße fährt, an Fahrdynamik ein. Liegt der Wert zwischen zwei unterschiedlichen Rahmengrößen, sollten sportliche bzw. wettkampforientierte Fahrer sich im Einzelfall für die jeweils kleinere Rahmengröße entscheiden. Piloten, die den Fokus auf eine tourenlastige Fahrweise richten, wählen bei Zwischengrößen im Idealfall den nächst größeren Rahmen.

Rahmengröße gemäß Körpergröße

Personen mit einer Körpergröße zwischen 155 und 165 cm benötigen in der Regel ein Rennrad mit einer Rahmenhöhe von 48 bis maximal 51 cm. Übersteigt die Größe des Fahrers eine Spanne von 165 bis 170 cm, gilt eine Rahmenhöhe von 51 bis 53 cm als objektiv ideal. Rennrad- Rahmenhöhen von jeweils 53 bis 55 cm bzw. 55 bis 57 cm sind bei Fahrern erforderlich, die größer als 170 bis 175 cm bzw. 175 und 180 cm sind.

Rennrad-Piloten, zwischen 180 und 185 cm erwerben mit Rennrad- Modellen mit einer Rahmenhöhe zwischen 57 und 60 cm Bikes, die vermeintlich ideal mit ihrer Anatomie harmonieren. Ab 185 bis 190 cm empfehlen Experten den Kauf von Bikes mit einer Rahmenhöhe zwischen 60 und 62 cm. Von 190 bis 195 cm gelten Rahmenhöhen im Bereich zwischen 62 und 64 mm als optimal. Rennrad- Fahrer mit einer Körpergröße von über 190 cm fahren klassischerweise Modelle deren Rahmen eine Höhe von 64 cm besitzt.

Rechenmodell nach Schrittlänge

Für eine Bestimmung der Rahmengröße über die konkrete Innenbeinlänge ist die individuelle Schrittlänge mit dem Faktor 0,665 zu multiplizieren. Als Endergebnis aus diesem Rechenmodell geht ein theoretischer Wert hervor, der die vermeintlich passende Rennrad- Rahmengröße abbildet. Triathlonrahmen sind grundsätzlich um den Wert 3,5 bis maximal 5 cm kleiner als die Rahmengröße von Rennrädern.

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Damit die Schritt- bzw. Innenbeinlänge perfekt ermittelt wird, sollten sich potenzielle Rennrad- Käufer ohne Schuhwerk mit durchgestreckter Wirbelsäule mit dem Rücken gerade an einer ebenen Wand positionieren. Optional sind eine Wasserwaage oder ein Buch zwischen den Beinen zu platzieren, um die Utensilien so weit wie möglich waagerecht nach oben zu ziehen.

Im Anschluss ist der Abstand zwischen Oberkante von Wasserwaage und Buch zum Boden zu messen. Diese Differenz gibt die individuelle Schritt- bzw. Innenlänge an. Laut Rechnungsmodell erfordert eine Innenbeinlänge von beispielsweise 80 cm tatsächlich eine Rennrad- Rahmengröße von 53 cm.

Die Rechenmodelle dienen zur optimalen Bestimmung der Rahmengröße und erlauben einen Spielraum für Fahrer, die zwischen zwei Rahmengrößen schwanken.

Worauf es beim Kauf zusätzlich ankommt

Neben der Rahmengröße spielen im Alltag noch ein paar andere Punkte eine Rolle. Oft sind es gerade diese Details, die darüber entscheiden, ob ein Rennrad nach kurzer Zeit begeistert oder eher im Keller steht. Ein paar Fragen helfen bei der Einordnung:

  • Wird das Rad vor allem für Training, Wettkampf oder längere Touren genutzt?
  • Soll der Fokus eher auf geringem Gewicht, hoher Aerodynamik oder Komfort liegen?
  • Ist das Einsatzgebiet überwiegend Asphalt oder auch Schotter und gemischter Untergrund?
  • Passt die Übersetzung zu den Strecken, die tatsächlich gefahren werden?

Auch die Bremsen verdienen Aufmerksamkeit. Wer häufig bei Nässe oder in bergigem Gelände unterwegs ist, profitiert meist von einer zuverlässigen Bremsleistung. Wer dagegen ein möglichst leichtes und schlichtes Setup sucht, schaut oft stärker auf das Gesamtgewicht. Es gibt also nicht das eine perfekte Rennrad, sondern nur das Rad, das zum eigenen Fahrstil passt.

Ein kurzer Blick auf die Praxis

Im Idealfall fühlt sich ein Rennrad schon nach wenigen Minuten vertraut an. Der Oberkörper findet seine Position, die Hände liegen ruhig am Lenker, und das Rad läuft sauber geradeaus. Genau dann zeigt sich, warum so viele Fahrer an diesem Radtyp hängen: Es ist direkt, klar und ohne Umwege.

Wer neu einsteigt, sollte sich deshalb nicht von reinen Zahlen blenden lassen. Ein leichter Rahmen klingt gut, ein teures Modell ebenfalls. Entscheidend ist aber, ob das Rennrad zum Körper, zum Einsatz und zum eigenen Anspruch passt. Dann wird aus Technik tatsächlich Fahrfreude.

Bildnachweise:
Bild 1: Rennrad Geschichte. Bild von WikiImages auf Pixabay
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