Reiseräder – komfortables Reisen mit viel Gepäck | fahrrad.space

Reiseräder – komfortables Reisen mit viel Gepäck

Reiseräder sind speziell für lange Reisen konzipiert, sie können neben dem Radler zusätzlich zwischen 50 und 75 kg Gepäck aufnehmen. Das ist insbesondere für diejenigen wichtig, die auf Radreisen noch mehr Gepäck mitnehmen möchte, als das auf einem Trekkingrad möglich wäre. Neben den ausgeklügelten Gepäcksystemen und Halterungen, spielen aber auch immer mehr die Rahmen eine Rolle. Sie müssen bei Reiserädern mitunter ganz besondere Strapazen und thermischen Belastungen standhalten. Entsprechend gilt bei diesem Radtyp nicht der Leichtbau die primäre Rolle, vielmehr sind andere Faktoren.

17 Kilogramm gehen bei Reiserädern klar

Das Gewicht eines Reiserades liegt um die 17 kg. Dies ergibt sich aus dem erhöhten Belastungs-Profil, welches einen stabilen Rahmen mit dickeren Wandstärken erfordert und meist einen längeren Radabstand. Das soll ein entspanntes Fahren auf langen Strecken mit viel Gepäck ermöglichen.

Die Anforderungen an Reiseräder sind hoch: Sie sind stabil und pflegeleicht, im hochbeladenen Zustand sollten sie trotzdem leicht zu lenken sein und zudem über einen guten Geradeauslauf verfügen.

Die Komponenten

Das Reiserad verfügt über alle wesentlichen Komponenten, die ein normales Fahrrad auch hat. Das sind besonders stabile Räder, ergonomisch geformter Sattel und Lenker, Gangschaltung und Bremsen. Wesentliches Merkmal sind die Gepäckträger. Das können Lenkertaschen sein und mehrere Gepäckträger am Vorder- und Hinterrad. Diese können bis zu 60kg tragen.

Rahmen

Zur Konstruktion zählt ein robuster, steifer Rahmen, der Schwerpunkt im Fahren sollte tief angesetzt werden: Es erleichtert das Anhalten und erhöht den Fahrkomfort. Die Schaltungen sind unterschiedlich: Neben Kettenschaltungen sind auch Nabenschaltungen üblich, wobei Nabenschaltungen weniger Wartung erfordern und damit zur Robustheit des Rades beitragen. Sehr wichtig sind leistungsfähige Bremsen. Bevorzugt werden hierfür V-Bremsen eingesetzt. Auch Hydraulik-Felgenbremsen finden bei Reiserädern Verwendung. Gewöhnliche Rücktrittbremsen und Trommelbremsen sind als alleinige Bremsen nicht zu empfehlen. Sie können bei längerer Benutzung oder langen Bergabfahrten überhitzen. Neben Robustheit ist darauf zu achten, dass das Rad leicht zu reparieren ist, denn auf einer Tour ist die nächste Fahrradwerkstätte nicht immer um die Ecke.

Gepäck, Taschen und Befestigung

Das entscheidende sind die großen Gepäcktaschen, für die es bei guten Reiserädern bereits Befestigungssysteme am Rad gibt.
Der hintere Gepäckträger kann hierbei manchmal bis zu 40 kg tragen, meist sind es jedoch 25 kg. Die Lenkertasche vorne ist für leichte Utensilien mit bis zu 2,5 kg geeignet. Hier lassen sich Landkarte, Mobiltelefon und Geld unterbringen.

Lowrider sind Taschen, die seitlich am hinteren Rad jeweils links und rechts angebracht werden. Sie können nochmals mehrere Kilos auf beiden Seiten aufnehmen. Schließlich gibt es noch Taschen für den vorderen Bereich die mit bis zu rund 10 Kilogramm Gepäck versehen werden können. Viel mehr sollte es dann aber auch nicht werden, denn jedes Kilo mehr kann das Fahrverhalten maßgeblich beeinflussen.

 

Lenker Tasche

 

Rahmenbau und Gewicht

Der Rahmen muss eine besonders stabile Bauweise haben und kann aus Stahl, Aluminium oder kohlefaserverstärktem Kunststoff sein. Bei einem Reiserad können mehrere Gepäckträger an dem Rahmen angebracht sein. Daher muss das Material eine hohe Stabilität bieten. Stahl und Aluminium sind die günstigeren Materialien. Bei einem Profi-Rad kann ein Carbonrahmen Gewicht einsparen, ist allerdings teurer.

Als Faustregel gilt jedoch, dass das Gesamtgewicht von Fahrrad inklusive Fahrer und Gepäck 170 kg nicht überschreiten sollte.
Schaut man sich die Rahmen guter Reiseräder genauer an, dann wird man sehen, dass sich hier Stahl als klassisches Rahmenmaterial bei Reiserädern durchgesetzt hat. 64 Prozent der Reiseräder sind aus Stahl, gefolgt von Aluminium mit 22 Prozent. Seltener sind die Reiseräder, die beispielsweise aus höherwertigen und noch leichteren Materialien bestehen.

Hersteller und Preise

Reiseräder sind manchmal kompliziert gebaut. Der Preis eines Rades bewegt sich aus diesem Grund zwischen 1.500 Euro und 4.000 Euro.
Bekannte Markenhersteller:

  • Patria
  • Velotraum
  • Norwid
  • KTM
  • Cube
  • Falkenjagd
  • Böttcher
  • Koga Miyata
  • Gazelle
  • Campus
  • Thorn

Auch Maß-Räder werden hergestellt, zum Beispiel bei Bob Jackson, Mercian und Ellis Briggs.

Reiseräder gibt es in allen Preisklassen. Für Einsteiger und Radfahrer, die nur gelegentlich einen Ausflug machen, gibt es schon Räder ab 1000 Euro. Für Vielfahrer und Profis sind Räder der höheren Preisklasse zu empfehlen.

Der Preis von guten Reiserädern ist nicht günstig, dafür ist bei langen Strecken noch immer ein gewisser Komfort gegeben, was ihnen die Bezeichnung „Könige der Räder“ einbrachte.

Reiseräder – konstruktionsbedingt reisetauglich

Das Reiserad stellt einen der bedeutsamsten Fahrradtypen für einen Bike-Fan dar. Aufgrund der massiven Belastbarkeit, teilweise bis auf 150- 170 kg und einem einwandfreien Fahrverhalten, ist es der perfekte Allrounder für lange Road-Trips.

Mehr Nachlauf

Das wichtigste Merkmal eines guten Reiserads verkörpert der erhöhte Nachlauf, welcher komfortable Fahrten auch auf längere Zeiten ermöglicht. Der Nachlauf wird speziell für jeden Fahrradtypen kalkuliert und angepasst, beispielsweise benötigt ein BMX-Bike keinen massiven Nachlauf. Errechnet wird er, indem man zuerst von der Mitte des Vorderrades eine Senkrechte auf den Boden bildet und weiters die Mittelachse des Steuerrohres bis auf den Boden verlängert. Der Abstand der beiden Punkte, bei welchen die Linien den Boden durchqueren, ist der Nachlauf. Ein weiteres fundamentales Merkmal stellt der vergrößerte Radstand dar. Auf einer langen Tour verbringt man die meiste Zeit auf einer geraden Strecke, wobei der erhöhte Radstand ins Spiel kommt. Umso größer der Radstand ist, desto besser verhält sich das Rad auf der Geraden.

Bauteile

  • Ein optimales Reiserad, sollte möglichst stabile Räder aufweisen, mit leistungsfähigen Felgen und Speichen.
  • Der Sattel soll sich komfortabel anfühlen, aber auch ergonomisch sein, da andernfalls bei einem langfristigen Trip Schmerzen im Becken entstehen können.
  • Kombipedale wären bei dieser Art an Fahrrad zu empfehlen, welche das Nutzen von speziellen Fahrradschuhen, aber auch von normalen Straßenschuhen ermöglichen.

Schaltung mit kurzer Übersetzung

Eine Schaltung mit kurzer Übersetzung sollte verbaut sein, Ketten- und Nabenschaltungen sind für diesen Fall angemessen. Leistungsstarke Bremsen sind ein Must-Have. Cantilever-Bremsen sind passend, vorteilhafter sind jedoch meist Modelle wie V-Bremsen, teilweise auch Hydraulikbremsen. Herkömmliche Bremsvorrichtungen halten der Belastung bei langwierigen Fahrten nicht stand und überhitzen leicht. Varianten wie Rücktritt- und Trommelbremsen sind ein absolutes No-Go.

Tragekapazität

Die Quintessenz eines jeden Reiserades steckt in der Tragekapazität. In diesem Fall gilt, je mehr, desto besser. Eine ideale Tragekapazität lässt sich durch die dickere Wandstärke des Rahmens erreichen. Gepäckträger werden an allen Ecken und Kanten des Rades montiert, jedoch sollte im Idealfall der Großteil des Gepäcks am Rahmen befestigt werden, da andernfalls eine Behinderung des Lenkverhaltens stattfinden könnte.

 

Reiserad Tragekapazität

 

Bikepacking-Reisen neu erfahren

Unabhängig von Auto, Flugzeug und Co. zu reisen, ist für viele ein Traum. Erfüllt werden kann er durch speziell hierfür vorgesehene „Reiseräder“, die sich, beladen mit allem was für eine Reise nötig ist, als treuer Gefährte herausstellen.

Bedenkt man die durchaus lange Zeit, die Fahrer und Fahrrad miteinander verbringen, ist es klar, dass das Rad ergonomisch perfekt zum Fahrer passen sollte. Um ein ungestörtes Reiseerlebnis zu gewährleisten, zeichnet sich dieser Fahrradtyp durch eine simple, aber zuverlässige Robustheit aus. Vergleicht man ein Reiserad mit anderen handelsgängigen High-End Produkten punktet es durch eine Zuverlässigkeit des Materials. Das Rad sollte sich also unkompliziert und überall auf der Welt reparieren lassen.

„Zwei Dinge sollte man beim Kauf eines Reiserades unbedingt beachten: Es sollte möglichst leicht sein, da das Gewicht durch Anhängen diverser Reisetaschen schnell in die Höhe schnellen kann.“

Bikepacking, also das Reisen mit dem Rad, kann man natürlich in den unterschiedlichsten Ländern und Gegenden dieser Welt betreiben. Falls man sich eher für eine geländeorientierte Reise entscheidet, bietet sich natürlich ein Reiserad an, das dem klassischem Mountainbike näher kommt und ebenfalls deutlich mehr Federweg besitzt, als ein klassisches Trekking-Bike oder ein Rennrad. Für welches Rad man sich letztlich entscheidet hängt vom eigenen Fahrstil, den Vorstellungen an die Reise und das Terrain des Zielortes ab.

Ob es nun ein Rennrad, ein Mountainbike oder ein Crosser werden soll, hängt vom individuellen Geschmack und von dem Fahrstil ab. Allgemein lässt sich sagen, dass sie mit einem Rennrad schneller unterwegs sind als mit den anderen Modellen. Mit einem Mountainbike als Reiserad sind sie jedoch vollkommen flexibel was das Terrain angeht, da sich dieses Modell perfekt für schmale Pfade abseits von Touristenpfaden eignet.

Fazit: mit viel Gepäck und viel Spaß

Egal, ob für einen kurzen Ausflug oder für eine lange Radtour, das Reiserad eignet sich vor allem für Fahrten, bei denen viel Gepäck mitgenommen werden muss. Ein solches Rad kann bis zu 60kg transportieren. Manche Varianten können auch mehr Gewicht tragen. Daher ist es stabiler gebaut als normale Fahrräder. Die Rohrwände des Rahmens sind etwas dicker als beim herkömmlichen Fahrrad. Die Räder haben einen weiteren Abstand und verfügen über besonders belastbare Speichen. Das Reiserad muss besonders ergonomisch sein, damit längere Fahrten in bequemer Sitzposition möglich sind.

Das Radreisen ist eine flexible Möglichkeit für alle Abenteuerlustige, die gerne unabhängig Land und Leute kennenlernen wollen. Reiseräder eignen sich vor allen Dingen für Radfahrer, die gerne längere Radtouren unternehmen möchten und viel Gepäck mitnehmen möchten.

Bildnachweise:
Bild 1: Reiserad Tragekapazität. Foto von Mark Stosberg auf Unsplash
Bild 2: Lenker Tasche. Foto von Danilo Lessa Bernardineli auf Unsplash
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