Pedelec – Pedalieren mit Kick | fahrrad.space

Pedelec – Pedalieren mit Kick

Fahren darf sie jeder

Pedelec ist ein Akronym für den englischen Begriff „Pedal Electric Cycle“. Dies bedeutet, dass die Unterstützung durch den Elektromotor nur wirksam wird, wenn auch gleichzeitig in die Pedale getreten wird. Das wollen immer mehr Menschen und das Pedelec ist auch von jedem fahrbar, vom Kind bis zum Senior. Bis 25 km/h wird unterstützt. Das ist nicht viel, aber dafür kommt man ohne Zulassung und Führerschein etwas ermüdungsfreier als andere Radfahrer ans Ziel.

Generell wird ein Fahrrad mit Elektromotor (also selbstfahrend) als E-Bike bezeichnet, während beim Pedelec immer Muskelkraft aufgewendet werden muss. Rechtlich gesehen ist ein E-Bike ein Kleinkraftrad, deshalb sind im Straßenverkehr Mofaführerschein und Versicherungskennzeichen Pflicht. Diese Einschränkungen gibt es beim Pedelec nicht. Entsprechend geringer ist die Leistung des Elektromotors. Die Motorleistung von Pedelecs liegt bei maximal 250 Watt. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h schaltet sich der Elektromotor aus.

Höhere Geschwindigkeiten sind zwar mit entsprechend Muskelkraft möglich, aber aufgrund des recht hohen Gewichts von Pedelecs mühsam zu halten. Inzwischen gibt es auch Pedelecs mit höherer Leistung (sogenannte S-Pedelecs), die als Kleinkraftrad gelten. Bei einer maximalen Motorleistung von 500 Watt liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 45 km/h.
Das Grundprinzip des Pedelecs erfand 1982 Egon Gelhard. Ab den frühen 1990er Jahren begann sein Siegeszug zunächst in Japan, später nahmen auch große Fahrradhersteller Pedelecs in ihre Programme auf.

Elektromotoren

Das Herzstück eines Pedelecs ist der Elektromotor. Bei günstigeren Pedelecs für flachere Strecken findet sich ein Frontmotor, bei sportlichen Varianten dominiert der Hinterradmotor. Besonders universell und entsprechend beliebt sind heute Mittelmotoren, die direkt unter der Kurbel sitzen und neben hervorragender Kraftübertragung auch ein angenehmes Fahrgefühl durch tiefen Schwerpunkt bieten. Die Reifengrößen liegen in der Regel bei 28 Zoll.

Meistens sind Pedelecs mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet. Je nach Motorposition sind Naben- und Kettenschaltung möglich, wobei letztere Variante dominiert. Als Rahmenmaterial hat sich Aluminium durchgesetzt; Citybikes haben oft einen tiefen Einstieg, sportliche Varianten einen Trapez- oder Sloping-Rahmen.

Wichtige Hersteller

Da es sehr viele Hersteller von Pedelecs gibt, kann hier nur eine kleine Auswahl aufgelistet werden:

  • Bergamont: alttagstaugliche, aber auch reine Sportgeräte
  • Cube: bekannt aus dem Mountain- und Trekkingbikebereich
  • Giant
  • Haibike: höherpreisig, ausgezeichnete Komponenten und Qualität
  • Kalkhoff: vergleichsweise günstig und alltagstauglich
  • Kreidler: günstige Modelle, eher für die Stadt
  • KTM: ausgezeichnete Pedelecs für Straße und als Sportgerät
  • Scott: bekannt aus dem Mountainbikesektor, aber auch Pedelecs für die Stadt
  • Specialized: eher hochpreisig
  • Winora

Günstige Einsteigermodelle (für Gelegenheitsfahrer und Stadt) sind bereits unter 1000 € im Angebot, für Topmodelle (reine Sportgeräte, Mountainbikes mit Motor und hervorragender Federung) zahlt man bis 6000 €.

 

Pedelec von Cube

Pedelecs – sportliche Mobilität mit Unterstützung

Wer sich bisher an längere Strecken nicht herangetraut hat oder wer durch körperliche Beeinträchtigungen keinen Genuss mehr an Fahrradtouren findet, der ist mit einem Pedelec gut beraten. Denn im Gegensatz zu einem herkömmlichen Fahrrad, erhält der Fahrer Unterstützung durch einen Elektromotor.

Umgangssprachlich wird das Pedelec auch als E-Bike bezeichnet. Denn in über 90 % aller Fälle von E-Bikes handelt es sich um die sogenannten Pedelecs.

Vorderradmotoren findet man zumeist an den günstigen E-Bikes, da es sich hier um die preiswerteste Motorvariante handelt. Es sind alle Schaltarten möglich und auch der Einsatz einer Rücktrittbremse. Da diese Position jedoch mit erhöhtem Gewicht im Vorderrad verbunden ist und damit das Lenkverhalten beeinflusst wird, ist diese Art der Positionierung rückläufig bzw. wählen Verbraucher oftmals den Mittelmotor.

Diese Position überzeugt natürlich durch seine ideale Schwerpunktverlagerung und damit verbundenem besseren Fahrgefühl. Vorteilhaft ist hier auch die bessere direkte Kraftübertragung und einem daraus resultierenden geringerem Stromverbrauch.

Den Hinterradmotor findet man eher an den sportlichen Rädern im höherpreisigen Bereich. Denn diese Position erlaubt noch mehr Komfort. Ein ganz entscheidendes Kriterium ist, dass bei dieser Art eine Aufladung des Akkus über Energierückgewinnung möglich ist. Das Fahrwerk ist zudem sehr geräuscharm. Außerdem werden die Schaltkomponenten deutlich weniger belastet als bei den anderen beiden Motorpositionen.

Pedelecs haben sich mittlerweile in allen Radbereichen integriert. Es gibt sie als Mountainbike für sportlich begeisterte Fahrer, bei den Trekking-Rädern für Fahrer, die auch auf längeren Strecken die Motorunterstützung nicht missen möchten.

Ebenso findet man die E-Bikes als City-Bike und Cross-Bike. In den letzten Jahren sind auch die Lastenräder mehr und mehr im Kommen. Als Alternative zum Auto lassen sich mittlerweile auch schwere Lasten transportieren, sogar die Beförderung von ein bis zwei Kindern mit einem überdachten Kindersitzbereich ist nicht mehr unüblich.

Lohnt sich die Anschaffung?

Während ein hochwertiges Fahrrad bereits für einige Hundert Euro zu haben ist, muss man für ein Pedelec in der Regel mindestens 1000 € ausgeben, Topmodelle können bis zu 10000 € kosten. Letztere Kategorie sind reine Sportgeräte und eher für professionelle Benutzer, die meistens direkte Unterstützung im Bereich Reparatur und Wartung haben.

Prinzipiell muss jeder für sich selbst abwägen, ob er bereit ist, für ein anderes Fahrgefühl bei gleichzeitig deutlicher Erweiterung der Möglichkeiten entsprechend mehr auszugeben. Wer das Pedelec regelmäßig nutzt und entsprechend pflegt, wird den Kauf nicht bereuen.

Klassische Einsteigermodelle sind Pedelecs für die Stadt, die sich vom Einkaufen bis zum Weg zur Arbeit überall einsetzen lassen. Sie entsprechen sämtlichen Vorgaben für den Straßenverkehr (Beleuchtung und Reflektoren), verfügen über eine komfortable Federung und teilweise zusätzlichen Platz für Lasten wie einen zweiten Gepäckträger am Lenker.

Wer auf längere Touren auch abseits befestigter Wege geht, wird zum Trekkingbike greifen. Mountainbikes sind bereits ein Sportgerät, können aber mit wenigen Handgriffen (etwa Akkulampe und Steckschutzbleche) straßentauglich gemacht werden.

 

Pedelec Akku

 

Reparatur und Wartung

Viele Wartungsarbeiten sind analog zum normalen Fahrrad und können problemlos selbst durchgeführt werden. Dazu gehören die regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks, Reinigung von Sand und Schlamm und das Ölen der Kette. Bei regelmäßigem Gebrauch sind moderne Lithiumionenakkus recht robust.

Nach den drei ersten Ladezyklen sollte der Akku rechtzeitig vor der kompletten Entladung neu geladen werden, nach etwa zehn Zyklen erreicht er seine komplette Kapazität. Wird das Pedelec längere Zeit nicht benutzt, sollte der Akku permanent am Stromnetz angeschlossen bleiben (Vermeidung einer Tiefentladung). Versierte Fahrer werden sicher selbst Gangschaltung und Bremsen einstellen. Wer unsicher ist, kann diese Arbeiten bei einem größeren Wartungstermin erledigen lassen.

Elektromotoren sind sehr robust, hier ist nur selten eine Reparatur in einer entsprechenden Werkstatt oder beim Hersteller nötig. Dies kann im Einzelfall beim Elektrosystem anders aussehen, hier bietet sich ebenso wie zum Aufspielen eventueller Softwareupdates der nächste Wartungstermin an.

Fazit

Pedelecs erfordern nur wenig mehr Wartungsaufwand als normale Fahrräder, und ihre Lebensdauer ist beim Beachten einiger einfacher Regeln hervorragend.

Diese unkomplizierten Stromer für jedermann haben längst ihr „Altherrenimage“ abgelegt und sind heute für Pendler in der Stadt ebenso wie für Sportler ein Alternative zum herkömmlichen Fahrrad geworden.

Bildnachweise:
Bild 1: Pedelec von Cube. Foto von Julian Hochgesang auf Unsplash
Bild 2: Pedelec Akku. Foto von Markus Spiske auf Unsplash
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